Leben und Arbeiten in Logaweng:
Nach diesem ganzen Hin und Her war ich dann doch ganz froh
auf die Aussicht, jetzt endlich mit meinem Wirken hier in Logaweng und dem
Kennenlernen aller Menschen, die hier arbeiten und leben und lernen, anfangen
zu koennen.
Mein Tag hier faengt normalerweise so gegen halb sieben an
(ich koennte auch spaeter aufstehen, aber dann kann ich nicht mehr in Ruhe
fruehstuecken) und im 7:50 Uhr ist dan Morgenandacht. Diese dauert ca. 45
Minuten (da kommte es ganz darauf an, wer predigt und wie gut der mit dem
Zeitmanagement umgehen kann) und anschliessend bin ich entweder im Kindergarden
hier im Seminar oder ich schaue und hoere dem Unterricht zu um zu lernen oder
ich habe (meist am Tag davor oder kurz nach der Andacht) einen Job zu erledigen.
Meist ist es irgend ein Brief abtippen, die Computer warten (da kommen dann so
Anfragen, wie: Mein Drucker geht nicht, oder die Leertaste geht nicht), ich
sitze dann meist ein paar Stunden oder auch Minuten (wenn man zum Beispiel den
Drucker nur einschalten muss) davor und versuche mein Bestes zu geben. Wenn
etwas gar nicht hinhaut, kann ich auch noch Markus Paulsteiner fragen, wenn er
kurz Zeit hat oder es liegt meist auch nur am alten Geraet und dann muss man
halt ueber eine neue Anschaffung reden.
Das macht man dann im Tisabung (Lehrerkonferenz) die jeden
Morgen um 10 Uhr stattfindet und alle Belange des Tages abdecken soll. Diese
dauert ca. 30 Minuten und anschliessend wittme ich mich wieder meinem Problem
oder arbeite im Haus und Tippe etwas oder schlage etwas nach, wenn ich mir
nicht sicher bin. Manchmal kommt dann auch noch das Guesthaus dazu, dass
geputzt werden will und bei dem ich die Aufsicht habe und die Buchungen mache.
Mittagspause ist dan meist zwischen 12 und 14 Uhr und in der
Zeit bin ich bei mir im Haus und koche etwas kleines und mache Malolo
(Pause/Ausruhen), meist kommt da aber ein Student, der dann auch noch eine
Frage hat, ob ich etwas tippen kann oder ihm helfen bei sampela samting
(irgendwas).
Nachmittags sind dann Montag und Mittwoch immer Komitiwok
(Gemeindschaftsarbeit) bei der man Unkraut jaehtet, die Gaerten fuer das
naechste Schuljahr pflegt, die Kirche oder Unterrichtsraeume putzt oder
aehnliches. Manchmal helfe ich hier auch mit (cutim nupela gaden/ den Garten
fuer 2013 hacken) oder beim putzen. Oefters habe ich auch bei mir was zu putzen
und meine Wohnung soll ja auch nicht im Muell untergehen und der
Schimmelbekaempfung habe ich den Kampf angesagt ... und stehe auf verlorenem
Posten. Leider ....!!! Der Schimmel hat 4:1 gewonnen!
Montag Abend ist fuer mich dann noch Femililotu
(Familiengottesdienst) bei vier Studenten, die sich mit der Predigt immer
abwechseln und manchmal gibt es anschliessend dann noch Essen und Toktok
(Gespraeche). Dieser Lotu dauert nicht so lange und ist ganz toll, da viel
gesungen wird und man sich die Lieder aussuchen kann und dann jeder seine
Lieblingslieder singt.
Mittwochabend ist im Wechsel dann auch noch Gottesdienst
oder Waspapagrup (Waechter Gruppe). Hier bekommt jeder Student, jeder Volunteer
und alle Familien einen Pfarrer an die Seite gestellt, der einem mit Rat und
Tat zur Seite stehen soll, der einem aber auch Dinge verbieten kann und immer
ueber alles Bescheid wissen will, was man macht, wohin man geht etc. Meist
sinnvoll, da wirklich hilfreich, aber ich hatte etwas Probleme damit mich immer
an, ab oder umzumelden oder um Erlaubnis zu fragen ... hat mir zweimal auch
einen kleinen “Rueffel” eingebracht... naja, ist halt schwer, die Umstellung
von ich mache was ich will (Deutschland) und ich mache und darf gar nichts :)
... aber das wird sich hoffentlich geben.
Dienstag helfe ich in der Kinderbuecherei oder in der
normalen Buecherei beim Einsortieren der neuen Buecher, oder ich befasse mich
wieder mit einem IT Problem, von dem ich nicht genau weis was ich machen soll,
oder ich gehe raun (rumlaufen und Freunde finden und Sprache lernen). Auch ist
jeden zweiten Dienstag nochmals ein Tisabung, der bis zu 5 Stunden dauern kann
und alle weitern Belange klaert, die nicht in der halben Stunde am Vormittag
geklaert werden koennen.
Donnerstag ist dann Abend die Meri Nait (Frauennacht) bei
der sich alle (oder die die Zeit haben) treffen und einen Gottesdienst halten.
Anschliessend wird noch etwas toktok gemacht.
Freitag ist dann frei und jeder von den Studenten hat sich
um seinen eigenen Garten und ums Studium zu kuemmern. Hier bin ich ab und zu
mitgegangen und habe bei der Gartenarbeit geholfen. Was gar nicht so leicht ist
und mich wollten auch ein paar mal die Meris (Frauen) nicht mitnehmen, denn die
dachten ich kipp um ... was auch passieren kann. Die Gaerten hier sind anders
als die in Deutschland. Das schaut hier immer aus wie eine gruenne Hoelle in
der alles kreuz und quer waechst und keiner nen Plan hat wo was anfaengt und wo
was aufhoert, aber denkste. Das ist nur fuer deutsche oder weisse Augen so.
Hier gibt es auch Beete, Zaeune und Gaerten und jeder weis was jedem gehoert.
Spater hatte ich dann auch ein bisschen ein Auge dafuer entwickelt, aber das
erste mal, war ich echt verloren und musste vier oder fuenfmal fragen, ob ich
die Planze, die so ausschaut wie die daneben auch abreisen darf oder nicht,
weil sie gifig ist ... aber man ist ja zum lernen da und Sakarepe (eine Meri
aus dem 3 Jahr) hat mir hier so sehr geholfen und ich habe sie sehr lieb
gewonnen. Mittlerweile ist sie mit ihrem Mann zum Vikariat aufgebrochen und wir
haben nur noch selten Kontakt, anscheinend hat sie viel um die Ohren. Wer weis,
oder kein Geld am Handy zum antworten.
Manchmal gibt es auch Muvinait (Filmnacht) am Freitagabend
weil da jeder Zeit hat und meist organisiere ich das, aus dem einfachen Grund,
da ich die meisten Filme dabei habe :) Auch Pastor Huevos hat einiges, aber
meist erste Dramen, die nicht so gut ankommen wie Findet Nemo oder Sister Act,
den ich bis jetzt gezeigt habe.
Samstag ist dann meist auch noch Komitiwok und ich gehe viel
raun um die Sprache und die Kultur zu lernen und vielleicht auch einen kleinen
Einblick zu bekommen. Sonntag dann der grosse Lotu (Gottesdienst) der sich hier
in Logaweng gut in Grenzen haelt (ca. 1.5 Stunden) das ist sehr kurz fuer PNG
Verhaeltnisse und freut mich, anschliessend ist oft Krichenkaffee oder man
spielt. Am Nachmittag sind dann auch Basketball, Volleyball oder Dosen werfen
und aehnliches am Programm. Hier war ich nur einmal zum zuschauen, denn die
Frauen sollen in Logaweng mit Rock oder Laplap (wickelrock) spielen und das
sehe ich nicht ein, denn wenn ich den verliere ... stehe ich da und dann heisst
es man kann unter den Rock ja noch ne Hose ziehen, aber da komm ich vor Hitze
ja um und irgendwo hoert es dann auch auf.
Die Meris hier schimpfen sowieso (wenn sie alleine sind!!!)
ueber dieses Rockzwang aber sobald man dann oeffentlich darueber diskutiert
sind alle wieder dafuer und sagen das ist so Pasin bilong Meri (Verhalten von
Frauen und weiblich) das gehoert dazu und hier ist es ja konservativ und
deshalb ist es schon ok. Wenn ich sie dann aber auf dem Feld oder im Gebuesch
sehe und sie bleiben an jedem Zweig oder Ast haengen, dann kann ich daran
nichts positives finden. Ich sehe es ja ein im Lotu und beim Unterricht, aber
bei Arbeit und Spiel ist es uebertrieben (hier will ich klarstellen, das das
meine persoenliche Meinung und Einschaetzung ist und mehr kann ich auch nicht).
Naja, aber so geht der Sonntag dann zu Ende und dann kommt
auch schon wieder der Montag... und der Spass geht von vorne los. Langsam habe
ich mich gut integriert, fuehle mich wohl und gluecklich und die Sprache kommt
auch a bissal ... :) Zumindest versteht mich jeder und weis was ich mein. Wenn
dann mal was nicht klappt wie geplant, dann wollte mich auch keiner verstehen.
Naechte Woche kommt Manu fuer drei Wochen zu mir und macht
Urlaub und Arbeit hier und da schauen wir mal was so kommt ... :) Freu mich auf
jeden Fall mal wieder Gesellschaft von den Volunteers zu haben und nach
Herzenslust quatschen zu koennen.
Mit Sakarepe im Garten bei der Arbeit.
Alle Maenner bei meiner Femililotugrup (Familien Gottesdienstgruppe)
Alle Frauen bei meiner Femililotugrup



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