Mein Urlaubstrip...
Angefangen hat alles mit meiner Flucht und “dumm” rumzusitzen bei
verschiedensten Ueberseemitarbeitern in PNG. Alle waren so lieb zu mir und
haben sich auch voll die Sorgen gemacht, und wollten, dass es mir gut geht und
alles, aber es ist leider kein Urlaub, wenn man nur in einem Haus hockt und im
Haushalt mithilft, weil man sonst (auch weil man eine Frau ist) nichts anderes
machen kann ... deshalb streichen wir die ersten 1.5 Wochen. Das war Flucht und
verstecken ...
Aber dann kamen die Jungs (Tim und Philip (Karkar) von Mission
EineWelt und Philip (Goroka) aus dem Norden Deutschlands von einem anderen
Missionboard) aus Groroka und mit Ihnen hat mein Urlaub angefangen, den
abgeschirmt mit drei maennlichen Wesen um mich rum ist dann alles wieder etwas
einfacher. Erst mal war Einkaufen in
Madang auf dem Plan gestanden (was ich alleine nie haette machen duerfen, denn
da muss man ja PMV fahren), da wir ja alle die naechsten Tage nach Karkar auf
die Insel zu Manu und Toni wollten und es sehr unhoeflich ist nichts zu Essen
mit zubringen, denn da gibt es erstens nichts und zweitens ist es sehr
unhoeflich davon auszugehen, dass man schon durchgefuettert werden wird, was
auch nicht geht, da das Geld bei und allen knapp bemessen ist. Also erst mal
rein in den PMV (Public Motor Vehicle) – wie ein kleiner Bus, mit ca. 15
Plaetzen, aber gerne auch mit ca. 25-30 Leuten beladen, da jeder ja zahlen muss
und viele mitwollen und die Driver dann halt auch mehr Geld machen – und ab
nach Madang. Hier stand dann Anderson (Food) und diverse kleine Laeden auf dem
Plan, denn es mussten noch Reissverschluesse, FlexKarten (zum Telefonieren) und
diverser anderer Kleingrusch gekauft werden und zum Schluss natuerlich der
Markt, denn wenn man auf einer Insel (oder wie ich auf einem Berg in Logaweng)
festhockt freut man sich ueber alles frische an Gemuese oder Obst.
Naechten Tag, ab nach Karkar ... wir hatten Glueck und Barbara
Gutyear (Plantagenbesitzerin auf Karkar und Mentorin von Toni) war so lieb uns
Ihre Elly zu schicken und ihren besten Skipper, der im Nachhinein auch noetig
war, denn das Meer war bagarap (kaputt). Am Anfang fand ich des noch voll
lustig, wenn ma immer hochfliegt und dann wieder auf die Wellen knallt und es
einem die Gischt und den Regen ins Gesicht peitscht allerdings dann, wenn man
das 2.5 Stunden hat (die Ueberfahrt dauert normalerweise nie laenger als 1.5
Stunden) und der blaue Fleck am Hintern dann auf Fussball groesse anschwillt
und schwarz wird. Man schlottert, weil es ploetzlich von knappen 30 Grad auf 15
Grad ca. runterkuehlt und man denkt man steht unter der Dusche, weil die
Unterhose auch nicht mehr nasser werden kann, als sie jetzt schon ist, dann
.... ja, dann wuenscht man sich, man waer schon da. Aber irgendwann, ist man
dann auch da und der Skipper hat seine Sache wirklich gut gemacht, weshalb wir
ihm dann auch gleich all unsere Buai geschenkt hatten, die man genau fuer
solche Gelegenheit in der Tasche haben sollte.
Leider gab es doch etwas Schwund und Verlusst in unserem
Lebensmittelvorrat: Wir hatten zu betrauern: 20 von 24 Eiern und ein
Marmeldadenglas mit Erdbeermarmelade. Ansonten war alles nass, durchgeweicht,
verdreckt und marmeladig, aber noch zu gebrauchen und nach dem saubermachen
auch wieder zum anfassen.
Auf Karkar hat mein Urlaub dann richtig angefangen. 2 bis 3 mal
pro Tag Schwimmen im Meer, Schnorcheln, Kaempfen und Spass haben (ich hab hier richtig Schnocheln gelernt).
Uns blieb auch gar nichts anderes ueber als so oft Baden zu gehen, denn auf
Karkar gibt es von morgens um 8 Uhr bist Mittag um 12 Uhr Strom und dann erst
wieder von 18-22 Uhr (Freitag auch bis 23 Uhr). Und es war sooooo heiss, dass
wir in den “nichtstromzeiten” einfach raus mussten. Wetter war traumhaft und
immer ueber 30 Grad. Zweimal hat es geregnet Nachts und das waren die Naechte
wo man echt gut schlafen konnte denn dann hat es etwas abgekuehlt und die
Nachbarn haben auch nicht schon um halb sechs angefangen haben zu singen oder
zu streiten oder was weis ich. Leider haben wir auch hier zweimal haeusliche
Gewalt mitbekommen, als einmal eine Frau geschlagen wurde und einmal sind zwei
Maenner mit Naifs (Messern) ins Haus eingedrungen. Wir haben dann Paesenz
gezeigt (mehr kann man nicht machen) und unsere Jungs hatten dann auch nach
Sekurity geschaut, aber die war dann nicht da und der Streit hatte sich derweil
auch wieder gelegt. Aber es ist halt Weihnachten und die Gemueter sind erhitzt
...
Ansonsten war es ein sehr erholsamer Urlaub mit viel Reden,
Schwimmen und Essen. Wir haben immer im Wechsel gekocht und wurden auch zweimal
eingeladen (bei Barbara) ... hier kann ich nur sagen JUMMY FLEISCH!!!! Einer
unserer Jungs hat einen Hai gesehen und der Goroka Philip musste noch eine
Feuershow fuer das Krankenhaus machen.
Dann kam Weihnachten. Hier will ich nur sagen seltsam und .... NEIN
EINFACH NUR SELTSAM :) und ganz anders wie in Deutschland und so richtig wollte
auch keine Weihnachtsstimmung aufkommen trotz Plaetzchen, Baum (aus
Bananenblaettern) und Geschenken. Es war ein tolles Fest und die Einzelheiten
gibt es die Tage in meinem Rundbrief, aber Weihnachten ohne Familie und Schnee
(obwohl das in Deutschland ja auch nicht gegeben war) ist einfach kein
Weihnachten (fuer mich). Dennoch hatten wir Spass, haben uns huebsch gemacht,
sind in die Kirche gegangen, hatten Chilli am Heiligabend und auch einen Vogel
fuer den ersten Weihnachtsfeiertag und wenn man mit guten Freunden zusammen
ist, dann macht es auch Spass.
Am ersten Weihnachtsfeiertag war dann wieder Baden auf dem
Programm gestanden, Kuchen und Kaffee bei Ihles (Mentoren von Manu und Aerzte
in Gaubin im Hospital) und Ente am Abend. Am zweiten waren wir dann wieder bei
Gutyears eingeladen und haben uns die Baeuche vollgeschlagen, weshalb wir einen
kleinen Rueffel bekommen hatten, denn bei 30 Leuten ist es nicht so hoeflich,
wurde uns gesagt, wenn man zu sechst ans Bufett stuermt wie eine Meute
hungriger Woelfe. Aber ihr haettet das Essen sehen sollen. Da kann sich keiner
zusammenreissen. Und hier muss ich anmerken, dass ich NICHT gestuermt bin ....
nur schnell gelaufen! :)
Dannach gings dann wieder nach Madang zum Tauchen ... eigentlich
... wir waren in Amron untergebracht und haben noch auf Familie Hellfritsch
warten wollen, allerdings haben wir schon eher erfahren, dass der Tauchlehrer
nicht da ist. Der hing wohl auf Fidschi fest da ein Zyklon sein Haus verwuestet
hat und konnte deshalb nicht kommen. Deshalb haben wir uns die Zeit bis
Silvester – man glaubt es kaum – mit Baden, Schnorcheln und Spielen vertrieben.
Hier habe ich es dann auch geschafft mir mein Bein an ein paar Shells (Muscheln
und Korallen) aufzuschneiden, weil ich zu doof war auf eine Holzplattform zu
klettern und das hat sich dann spaeter echt noch boese entzuendet und man hat
ueberlegt mir mein Bein abzunehmen ... (***SCHERZ****) zwei Tage antibiothische
Salbe und Pflaster, dann war alles wieder gut. Dann kam Silvester...
Die Jungs "amamasen" die Kinder des Krankenhauses und sich selbst. Weihnachten in PNG...
Madang Markt.
Ueberfahrt nach Karkar ... da war der Wellengang noch gar nix. Spaeter waren Fotos nicht mehr moeglich.




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