Sonntag, 7. April 2013

Einfach schwimmen, einfach schwimmen, einfach schwimmen schwimmen schwimmen ...


...aber Tauchen ist besser!

Madang eine Woche! Weihnachten war schon geplant tauchen zu gehen, allerdings war unser Tauchlehrer kurzfristig verhindert, da ein Zyklon sein Haus auf Fidschi vernichtet hat und er dort geblieben ist um es wieder aufzubauen. Deshalb konnten wir da nicht tauchen lernen und so wurden die Plaene, wie in PNG oft einfach mal geaendert und wir haben das alles auf des Vorosterwochenende verschoben. Also rein ins Auto am Sonntag vor Ostern und auf mit Thomas Hellfritsch und Philipp nach Madang.

Die Strasse nach Madang war eine Katastrophe, nicht mehr als eine Schotterpiste, aber dank Thomas Fahrkuensten und des Autos, kein Problem und nach knapp fuenf Stunden und ordentlichen blauen Flecken (weil man so durchgeschuettelt wurde) waren wir dann gegen drei Uhr auch gluecklich und heil in Madang angekommen. Montag sollte es auch schon losgehen und kaum hatten wir unser Gepaeck ins Haus in Amron gebracht, verkuendete uns Verena Hellfritsch, die am Vortag schon in der Tauchschule war, dass wir bis Montag morgen 9 Uhr bitte knapp 200 Seiten im Tauchbuch auf Englisch lernen sollten, denn unser Tauchlehrer hatte den Plan am Donnerstag (4 Tage spaeter) schon mit uns „fertig“ zu sein.

Also auf die Couch, ins Bett, auf die Veranda, auf jeden Fall ein stilles Oertchen finden um lernen zu koennen, was bei mir in einer durchgemachten Nacht und einer Heulattacke endete, denn ersten mein Englisch fuer diese ganzen Fachausdruecke ist echt zu schlecht und zweitens das ganze dann auch noch bis zum naechsten Morgen verstehen und wissen und dann noch 200 Seiten (knapp) war einfach zu viel. Plus die Angst es nicht zu schaffen und voll abzulusen...

Aber wie meist wird alles heisser gekocht als es am Ende gegessen wird und es war schlicht unmoeglich durchzufallen oder den Tauchschein nicht zu bekommen. Die Theorie war zwar schon schwer und man musste viel lernen, aber wenn man das alles dann auch praktisch durchnimmt ist es gleich schon verstaendlicher und ausserdem bestand die Pruefung aus lauter „Ankreuzfragen“ was dann auch vom englischen fuer mich kein Thema war. Bei drei Fragen hatte ich ein paar Uebersetzungsprobleme, aber als das erklaert war, war es auch kein Thema mehr ...
unser Tauchlehrer war auch super! Petro, Fischianer (oder zumindest was gemischtes davon) war klasse, hat alles sehr genau und super erklaert und wir haben alles auch erst im 1 m tiefem Poolwasser geuebt, dann in 3 m tiefem Pool und schliesslich im Meer bei ca. 5 und einmal bei ca. 15 Metern.
Die Tauchgaenge an sich waren auch gut. Beim ersten hatte ich eine kurze Panikattacke weil alles so neu und aufregend war, ausserdem hatten wir eine sehr starke Riffstroemung wershalb ich mich am Grund erst mal 10 Minuten an einen Stein krallen musste um nicht abgetrieben zu werden, aber als ich meine normale Atemfrequenz wieder erreichte hatte ging auch das. Die naechsten Tauchgeange waren viel besser. Keine Riffstroemung und keine Haie ... nur kleine Fische, Nemos und Korallen... alles gut und auch die Uebungen unter Wasser waren kein Problem. Bei unserem letzten Tauchgang haben wir dann auch einen Bomber gesehen und konnten etwas reintauchen. Lionfische (Feuerfische), eine kleine Wasserschlange, Barakudas und ganz viele bunte Rifffische waren auch an der Tagesordnung. Korallen, Wracks und was da sonst noch schwimmt und lebt war echt beeindruckend zu erleben ohne den Mangel an Luft wie beim Schnorcheln.

Leider ist es echt so, dass je tiefer man kommt (und waerend des Kurses waren wir auch nur gegen 15 Meter tief) verliert alles seine Farben und wir immer mehr Blau und Grau, weshalb Schnorcheln doch auch seine Vorzuege hat. Aber naja, am Freitag (es hat dann doch laenger gedauert als gedacht) war ich dann ein Open Water Diver und Philipp und ich wollten uns die Chance (man weis ja nicht, wann man wieder mal an die Kueste kommt) nicht entgehen lassen uns hatte fuer Ostersonntag noch einen privaten Tauchgang gebucht. Ohne Uebungen unter Wasser und vielleicht auch etwas tiefer. Leider muss ich gestehen, dass ich die Panik vor Haien nicht ablegen kann, weshalb ich regelmaessig Alptraeume vor dem Tauchen hab und Philipp war natuerlich, je tiefer desto besser und je mehr Haie desto besser auch beim ersten privaten Tauchgang.

Wir sind dann doch mit Petro wieder runtergegangen (die Tauchschule macht das nicht, dass sie Leute alleine rauslaesste –man braucht ja auch ein Boot um rauszu kommen-) und zu einer Stelle gefahren, die Barakudapoint heisst in der Hoffnung ganz viele Barakudas zu sehen. Erst mal haben wir dann aber keine Barakudas sondern drei Haie gesehen ... juhuuu ... das hatte ich gehofft. Kurze Panikattacke bei ca. 30 Metern tiefe (Petro wollte -unter Augenzwinkern- nicht tiefer gehen als 18 Meter ... „Ja klar“ :)) bei der ich in gefuehlten 2 Sekunden ca. 20 Bar Luft veratmet habe und meine Finger wie die Zaehne eines Haies erst mal in den Arm von Philipp geschlagen hatte und ihn umgeschwommen hab. Was aber gar nicht geplant war, denn ich dachte der waer unter mir ... wie er dann allerdings hinter mich kam, als ich den Rueckwaertsgang eingeschlagen hatte, weis ich nicht. Auf jeden Fall habe ich es dann doch wieder geschafft meine normale Atemfequenz zu finden und wir koennten unseren traumhaften Tauchgang weiterfueheren (anschliessend wieder an der Oberflaeche hat mir Philipp erzaehlt, dass er mindestens genau so schnell - allerdings vor Freude – geatmet hat). 30 Meter im tiefblauen Ozean, zwei Wracks noch erkundet und duzende von Barakudas und tausende von anderen kleinen bunten Rifffischen gesehen, schwebenderweise durchs blau zu gleiten war schon gigantisch. Das Riff war eines der Besten die ich je gesehen habe und hier in PNG hab ich dann doch schon einige gesehen, war traumhaft. Vielleicht schaffe ich es nochmal, denn so wie es ausschaut bin ich noch mal fuer zwei Wochen in Madang zum Arbeiten, und da ergeben sich vielleicht noch zwei Tauchgaenge, leider reicht das Geld dann auch nicht fuer mehr, denn alles hat seinen Preis. Auch hier. Leider schaffe ich es nicht, meine Panik vor dem Tauchgang von Haien wegzubekommen und jetzt welche gesehen zu haben macht es auch nicht besser , wie ich finde. Wir werden sehen...
Aber erst mal war es dass wieder von meinem kleinen Abenteuer. Die Tage gibt es auch noch einen kleinen Rundbrief von mir, der euch beschreibt wie man auf Amron (ein Trainingscenter fuer „Hilfspastoren“ Evangelisten hier im Land) Ostern feiert, denn kaum war der Tauchkurs aus, stand Ostern vor der Tuer und das ist auch etwas besonderes, wobei Amron doch sehr westlich ist ... lasst euch ueberraschen und jetzt erst mal ...

Liebe Grusse und eine tolle Zeit, bald bin ich wieder daheim und euch werden die Ohren abfallen, weil ich den Mund nicht mehr zubekommen werde von dem ganzen Abenteuer.
Bis dahin, alles liebe
Eure Tanja

(PS.: Wahrscheinlich hab ich 1001 Rechtschreibfehler hier drin und bitte um Entschuldigung dafuer!!)


 Philipp und ich bei unserem privaten Tauchgang, ca. 28 Meter tief... kurz vor den Haien.


 Wrack (Katamaran) auf ca. 30 Metern, kurz nach den Haien :) Reintauchen konnte man leider nicht, aber reinschauen :)

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