Mittwoch, 9. Januar 2013

Lae, Madang, Karkar, Madang, Lae ...


Mein Urlaubstrip...

Angefangen hat alles mit meiner Flucht und “dumm” rumzusitzen bei verschiedensten Ueberseemitarbeitern in PNG. Alle waren so lieb zu mir und haben sich auch voll die Sorgen gemacht, und wollten, dass es mir gut geht und alles, aber es ist leider kein Urlaub, wenn man nur in einem Haus hockt und im Haushalt mithilft, weil man sonst (auch weil man eine Frau ist) nichts anderes machen kann ... deshalb streichen wir die ersten 1.5 Wochen. Das war Flucht und verstecken ...
Aber dann kamen die Jungs (Tim und Philip (Karkar) von Mission EineWelt und Philip (Goroka) aus dem Norden Deutschlands von einem anderen Missionboard) aus Groroka und mit Ihnen hat mein Urlaub angefangen, den abgeschirmt mit drei maennlichen Wesen um mich rum ist dann alles wieder etwas einfacher.  Erst mal war Einkaufen in Madang auf dem Plan gestanden (was ich alleine nie haette machen duerfen, denn da muss man ja PMV fahren), da wir ja alle die naechsten Tage nach Karkar auf die Insel zu Manu und Toni wollten und es sehr unhoeflich ist nichts zu Essen mit zubringen, denn da gibt es erstens nichts und zweitens ist es sehr unhoeflich davon auszugehen, dass man schon durchgefuettert werden wird, was auch nicht geht, da das Geld bei und allen knapp bemessen ist. Also erst mal rein in den PMV (Public Motor Vehicle) – wie ein kleiner Bus, mit ca. 15 Plaetzen, aber gerne auch mit ca. 25-30 Leuten beladen, da jeder ja zahlen muss und viele mitwollen und die Driver dann halt auch mehr Geld machen – und ab nach Madang. Hier stand dann Anderson (Food) und diverse kleine Laeden auf dem Plan, denn es mussten noch Reissverschluesse, FlexKarten (zum Telefonieren) und diverser anderer Kleingrusch gekauft werden und zum Schluss natuerlich der Markt, denn wenn man auf einer Insel (oder wie ich auf einem Berg in Logaweng) festhockt freut man sich ueber alles frische an Gemuese oder Obst.
Naechten Tag, ab nach Karkar ... wir hatten Glueck und Barbara Gutyear (Plantagenbesitzerin auf Karkar und Mentorin von Toni) war so lieb uns Ihre Elly zu schicken und ihren besten Skipper, der im Nachhinein auch noetig war, denn das Meer war bagarap (kaputt). Am Anfang fand ich des noch voll lustig, wenn ma immer hochfliegt und dann wieder auf die Wellen knallt und es einem die Gischt und den Regen ins Gesicht peitscht allerdings dann, wenn man das 2.5 Stunden hat (die Ueberfahrt dauert normalerweise nie laenger als 1.5 Stunden) und der blaue Fleck am Hintern dann auf Fussball groesse anschwillt und schwarz wird. Man schlottert, weil es ploetzlich von knappen 30 Grad auf 15 Grad ca. runterkuehlt und man denkt man steht unter der Dusche, weil die Unterhose auch nicht mehr nasser werden kann, als sie jetzt schon ist, dann .... ja, dann wuenscht man sich, man waer schon da. Aber irgendwann, ist man dann auch da und der Skipper hat seine Sache wirklich gut gemacht, weshalb wir ihm dann auch gleich all unsere Buai geschenkt hatten, die man genau fuer solche Gelegenheit in der Tasche haben sollte.
Leider gab es doch etwas Schwund und Verlusst in unserem Lebensmittelvorrat: Wir hatten zu betrauern: 20 von 24 Eiern und ein Marmeldadenglas mit Erdbeermarmelade. Ansonten war alles nass, durchgeweicht, verdreckt und marmeladig, aber noch zu gebrauchen und nach dem saubermachen auch wieder zum anfassen.
Auf Karkar hat mein Urlaub dann richtig angefangen. 2 bis 3 mal pro Tag Schwimmen im Meer, Schnorcheln, Kaempfen und Spass haben  (ich hab hier richtig Schnocheln gelernt). Uns blieb auch gar nichts anderes ueber als so oft Baden zu gehen, denn auf Karkar gibt es von morgens um 8 Uhr bist Mittag um 12 Uhr Strom und dann erst wieder von 18-22 Uhr (Freitag auch bis 23 Uhr). Und es war sooooo heiss, dass wir in den “nichtstromzeiten” einfach raus mussten. Wetter war traumhaft und immer ueber 30 Grad. Zweimal hat es geregnet Nachts und das waren die Naechte wo man echt gut schlafen konnte denn dann hat es etwas abgekuehlt und die Nachbarn haben auch nicht schon um halb sechs angefangen haben zu singen oder zu streiten oder was weis ich. Leider haben wir auch hier zweimal haeusliche Gewalt mitbekommen, als einmal eine Frau geschlagen wurde und einmal sind zwei Maenner mit Naifs (Messern) ins Haus eingedrungen. Wir haben dann Paesenz gezeigt (mehr kann man nicht machen) und unsere Jungs hatten dann auch nach Sekurity geschaut, aber die war dann nicht da und der Streit hatte sich derweil auch wieder gelegt. Aber es ist halt Weihnachten und die Gemueter sind erhitzt ...
Ansonsten war es ein sehr erholsamer Urlaub mit viel Reden, Schwimmen und Essen. Wir haben immer im Wechsel gekocht und wurden auch zweimal eingeladen (bei Barbara) ... hier kann ich nur sagen JUMMY FLEISCH!!!! Einer unserer Jungs hat einen Hai gesehen und der Goroka Philip musste noch eine Feuershow fuer  das Krankenhaus machen.
Dann kam Weihnachten. Hier will ich nur sagen seltsam und .... NEIN EINFACH NUR SELTSAM :) und ganz anders wie in Deutschland und so richtig wollte auch keine Weihnachtsstimmung aufkommen trotz Plaetzchen, Baum (aus Bananenblaettern) und Geschenken. Es war ein tolles Fest und die Einzelheiten gibt es die Tage in meinem Rundbrief, aber Weihnachten ohne Familie und Schnee (obwohl das in Deutschland ja auch nicht gegeben war) ist einfach kein Weihnachten (fuer mich). Dennoch hatten wir Spass, haben uns huebsch gemacht, sind in die Kirche gegangen, hatten Chilli am Heiligabend und auch einen Vogel fuer den ersten Weihnachtsfeiertag und wenn man mit guten Freunden zusammen ist, dann macht es auch Spass.
Am ersten Weihnachtsfeiertag war dann wieder Baden auf dem Programm gestanden, Kuchen und Kaffee bei Ihles (Mentoren von Manu und Aerzte in Gaubin im Hospital) und Ente am Abend. Am zweiten waren wir dann wieder bei Gutyears eingeladen und haben uns die Baeuche vollgeschlagen, weshalb wir einen kleinen Rueffel bekommen hatten, denn bei 30 Leuten ist es nicht so hoeflich, wurde uns gesagt, wenn man zu sechst ans Bufett stuermt wie eine Meute hungriger Woelfe. Aber ihr haettet das Essen sehen sollen. Da kann sich keiner zusammenreissen. Und hier muss ich anmerken, dass ich NICHT gestuermt bin .... nur schnell gelaufen! :)
Dannach gings dann wieder nach Madang zum Tauchen ... eigentlich ... wir waren in Amron untergebracht und haben noch auf Familie Hellfritsch warten wollen, allerdings haben wir schon eher erfahren, dass der Tauchlehrer nicht da ist. Der hing wohl auf Fidschi fest da ein Zyklon sein Haus verwuestet hat und konnte deshalb nicht kommen. Deshalb haben wir uns die Zeit bis Silvester – man glaubt es kaum – mit Baden, Schnorcheln und Spielen vertrieben. Hier habe ich es dann auch geschafft mir mein Bein an ein paar Shells (Muscheln und Korallen) aufzuschneiden, weil ich zu doof war auf eine Holzplattform zu klettern und das hat sich dann spaeter echt noch boese entzuendet und man hat ueberlegt mir mein Bein abzunehmen ... (***SCHERZ****) zwei Tage antibiothische Salbe und Pflaster, dann war alles wieder gut. Dann kam Silvester...

 Fahrt zum Einkaufen in Madang am PMV mit Buai ...
 Die Jungs "amamasen" die Kinder des Krankenhauses und sich selbst. Weihnachten in PNG...
 Madang Markt.
 Ueberfahrt nach Karkar ... da war der Wellengang noch gar nix. Spaeter waren Fotos nicht mehr moeglich.

Flucht .... oder Urlaub?


Nicht alles ist Gold was glaenzt...

Alles laeuft super hier. Ich verstehe mich sehr gut mit allen Leherern, mit den meisten Schuelern bin ich in regem Kontakt und das mit der Sprache klappt auch immer besser. Ich gehe raun (rumlaufen) und kann bei fast allem mithelfen und endlich hoeren alle auf mich als etwas besonderes anzusehen. Ich darf auf dem Boden mit Ihnen sitzen, ohne das gleich jemand von Kilometer Entfernung einen Stuhl anschleppt. Ich mache beim Tambarinkurs mit und jeder lacht mich aus, wenn ich mal wieder nicht raffe in welche Richtung ich mich drehen muss. Ich komme mit dem Schulsystem gut klar und ab naechstem Jahr soll ich diverse Faecher unterrichten und werde richtig eingebunden. Ich habe keine Angst mehr und fuehle mich vollkommmen sicher hier ....

Aber man sollte nie vergessen, in welchem Land man sich befindet und dasss man hier niemandem richtig vertrauen kann und das sich die Stimmung von einer Sekunde auf die andere aendert... wie es bei mir passiert ist als ich an einem Samstag frueh um 9 Uhr Waesche waschen wollte und dann ueberfallen wurde. Direkt bei meinem Haus und in meiner Laundry. Mir ist nichts passiert und ich konnte mich gut zur Wehr setzten. Ich hab dann auch mit dem Angreifer geredet und im Endefekt hat er mich dann gehen lassen, warum weis ich nicht, aber vielleicht war ich ihm zu wiederspenstik. Habt Dank ihr lieben Eltern, dass ihr mich so trotzig und aufmuepfig gemacht habt :) Ihr wisst was ich meine, wer mich entfuehren will, gibt mich spaetestens nach einem Tag zurueck und hier waren es nur 10 Minuten. :) Also alles gut, allerdings muss man sich die Situation hier gut ueberlegen und deshalb fahre ich jetzt erst mal in der Urlaub um mir kainkain (unterschiedliche) Hap’s (Plaetze) von PNG anzuschauen... 

(Ich will und kann nicht mehr ueber diesen Vorfall reden – es wurde hier schon genug gesprochen – aber wer unbedingt interessiert ist ... ich komme in ein paar Monaten wieder nach Deutschland, ich betrachte die Sache dann bestimmt anders und habe auch wieder Lust darueber zu reden, was hier und jetzt im Moment nicht der Fall ist. Bitte versteht das :))
So, aber da das jetzt nun mal geschehen ist muss auch mein Urlaub der wie folgt geplant war: Lea, Mount Hagen, Goroka, Madang, Karkar, Madang, Lae etwas umgemodelt werden, denn Mount Hagen ist hier auch ein “heisses” Plfaster und es ist Weihnachten. Hier im Land ein Problem, denn alle brauchen Geld aber keiner hat Geld. Bis auf die Weissen (so das denken der Einheimischen), oder zumindest alle anderen und deshalb sind “sogenannte Hold-ups” an der Tagesordnung. Da ich aber keine Lust habe alleine oder in Gesellschaft wieder in einen Ueberfall verwickelt zu werden, werde ich Mount Hagen und Goroka (vor allem auf Draengen meines Mentors) absagen, da ein TopSpot fuer Ueberfaelle der Distrikt Chimbu ist, der zwischen Mount Hagen und Goroka liegt und ich da ja fahren wollte. Deshalb kommt der Urlaub von mir wie folgt zustande: Lae, Madang (hier Amron und rumsitzen), Karkar (laenger als geplant), Madang wieder (Tauchkurs) und dann Silvester Alexishafen, Lae ...
Gesagt, geplant, getan ... auf in den Urlaub und meine Flucht :)

Dienstag, 8. Januar 2013


Leben und Arbeiten in Logaweng:

Nach diesem ganzen Hin und Her war ich dann doch ganz froh auf die Aussicht, jetzt endlich mit meinem Wirken hier in Logaweng und dem Kennenlernen aller Menschen, die hier arbeiten und leben und lernen, anfangen zu koennen.

Mein Tag hier faengt normalerweise so gegen halb sieben an (ich koennte auch spaeter aufstehen, aber dann kann ich nicht mehr in Ruhe fruehstuecken) und im 7:50 Uhr ist dan Morgenandacht. Diese dauert ca. 45 Minuten (da kommte es ganz darauf an, wer predigt und wie gut der mit dem Zeitmanagement umgehen kann) und anschliessend bin ich entweder im Kindergarden hier im Seminar oder ich schaue und hoere dem Unterricht zu um zu lernen oder ich habe (meist am Tag davor oder kurz nach der Andacht) einen Job zu erledigen. Meist ist es irgend ein Brief abtippen, die Computer warten (da kommen dann so Anfragen, wie: Mein Drucker geht nicht, oder die Leertaste geht nicht), ich sitze dann meist ein paar Stunden oder auch Minuten (wenn man zum Beispiel den Drucker nur einschalten muss) davor und versuche mein Bestes zu geben. Wenn etwas gar nicht hinhaut, kann ich auch noch Markus Paulsteiner fragen, wenn er kurz Zeit hat oder es liegt meist auch nur am alten Geraet und dann muss man halt ueber eine neue Anschaffung reden. 

Das macht man dann im Tisabung (Lehrerkonferenz) die jeden Morgen um 10 Uhr stattfindet und alle Belange des Tages abdecken soll. Diese dauert ca. 30 Minuten und anschliessend wittme ich mich wieder meinem Problem oder arbeite im Haus und Tippe etwas oder schlage etwas nach, wenn ich mir nicht sicher bin. Manchmal kommt dann auch noch das Guesthaus dazu, dass geputzt werden will und bei dem ich die Aufsicht habe und die Buchungen mache.

Mittagspause ist dan meist zwischen 12 und 14 Uhr und in der Zeit bin ich bei mir im Haus und koche etwas kleines und mache Malolo (Pause/Ausruhen), meist kommt da aber ein Student, der dann auch noch eine Frage hat, ob ich etwas tippen kann oder ihm helfen bei sampela samting (irgendwas).

Nachmittags sind dann Montag und Mittwoch immer Komitiwok (Gemeindschaftsarbeit) bei der man Unkraut jaehtet, die Gaerten fuer das naechste Schuljahr pflegt, die Kirche oder Unterrichtsraeume putzt oder aehnliches. Manchmal helfe ich hier auch mit (cutim nupela gaden/ den Garten fuer 2013 hacken) oder beim putzen. Oefters habe ich auch bei mir was zu putzen und meine Wohnung soll ja auch nicht im Muell untergehen und der Schimmelbekaempfung habe ich den Kampf angesagt ... und stehe auf verlorenem Posten. Leider ....!!! Der Schimmel hat 4:1 gewonnen!
Montag Abend ist fuer mich dann noch Femililotu (Familiengottesdienst) bei vier Studenten, die sich mit der Predigt immer abwechseln und manchmal gibt es anschliessend dann noch Essen und Toktok (Gespraeche). Dieser Lotu dauert nicht so lange und ist ganz toll, da viel gesungen wird und man sich die Lieder aussuchen kann und dann jeder seine Lieblingslieder singt.

Mittwochabend ist im Wechsel dann auch noch Gottesdienst oder Waspapagrup (Waechter Gruppe). Hier bekommt jeder Student, jeder Volunteer und alle Familien einen Pfarrer an die Seite gestellt, der einem mit Rat und Tat zur Seite stehen soll, der einem aber auch Dinge verbieten kann und immer ueber alles Bescheid wissen will, was man macht, wohin man geht etc. Meist sinnvoll, da wirklich hilfreich, aber ich hatte etwas Probleme damit mich immer an, ab oder umzumelden oder um Erlaubnis zu fragen ... hat mir zweimal auch einen kleinen “Rueffel” eingebracht... naja, ist halt schwer, die Umstellung von ich mache was ich will (Deutschland) und ich mache und darf gar nichts :) ... aber das wird sich hoffentlich geben.

Dienstag helfe ich in der Kinderbuecherei oder in der normalen Buecherei beim Einsortieren der neuen Buecher, oder ich befasse mich wieder mit einem IT Problem, von dem ich nicht genau weis was ich machen soll, oder ich gehe raun (rumlaufen und Freunde finden und Sprache lernen). Auch ist jeden zweiten Dienstag nochmals ein Tisabung, der bis zu 5 Stunden dauern kann und alle weitern Belange klaert, die nicht in der halben Stunde am Vormittag geklaert werden koennen.
Donnerstag ist dann Abend die Meri Nait (Frauennacht) bei der sich alle (oder die die Zeit haben) treffen und einen Gottesdienst halten. Anschliessend wird noch etwas toktok gemacht.
Freitag ist dann frei und jeder von den Studenten hat sich um seinen eigenen Garten und ums Studium zu kuemmern. Hier bin ich ab und zu mitgegangen und habe bei der Gartenarbeit geholfen. Was gar nicht so leicht ist und mich wollten auch ein paar mal die Meris (Frauen) nicht mitnehmen, denn die dachten ich kipp um ... was auch passieren kann. Die Gaerten hier sind anders als die in Deutschland. Das schaut hier immer aus wie eine gruenne Hoelle in der alles kreuz und quer waechst und keiner nen Plan hat wo was anfaengt und wo was aufhoert, aber denkste. Das ist nur fuer deutsche oder weisse Augen so. Hier gibt es auch Beete, Zaeune und Gaerten und jeder weis was jedem gehoert. Spater hatte ich dann auch ein bisschen ein Auge dafuer entwickelt, aber das erste mal, war ich echt verloren und musste vier oder fuenfmal fragen, ob ich die Planze, die so ausschaut wie die daneben auch abreisen darf oder nicht, weil sie gifig ist ... aber man ist ja zum lernen da und Sakarepe (eine Meri aus dem 3 Jahr) hat mir hier so sehr geholfen und ich habe sie sehr lieb gewonnen. Mittlerweile ist sie mit ihrem Mann zum Vikariat aufgebrochen und wir haben nur noch selten Kontakt, anscheinend hat sie viel um die Ohren. Wer weis, oder kein Geld am Handy zum antworten.

Manchmal gibt es auch Muvinait (Filmnacht) am Freitagabend weil da jeder Zeit hat und meist organisiere ich das, aus dem einfachen Grund, da ich die meisten Filme dabei habe :) Auch Pastor Huevos hat einiges, aber meist erste Dramen, die nicht so gut ankommen wie Findet Nemo oder Sister Act, den ich bis jetzt gezeigt habe.

Samstag ist dann meist auch noch Komitiwok und ich gehe viel raun um die Sprache und die Kultur zu lernen und vielleicht auch einen kleinen Einblick zu bekommen. Sonntag dann der grosse Lotu (Gottesdienst) der sich hier in Logaweng gut in Grenzen haelt (ca. 1.5 Stunden) das ist sehr kurz fuer PNG Verhaeltnisse und freut mich, anschliessend ist oft Krichenkaffee oder man spielt. Am Nachmittag sind dann auch Basketball, Volleyball oder Dosen werfen und aehnliches am Programm. Hier war ich nur einmal zum zuschauen, denn die Frauen sollen in Logaweng mit Rock oder Laplap (wickelrock) spielen und das sehe ich nicht ein, denn wenn ich den verliere ... stehe ich da und dann heisst es man kann unter den Rock ja noch ne Hose ziehen, aber da komm ich vor Hitze ja um und irgendwo hoert es dann auch auf.

Die Meris hier schimpfen sowieso (wenn sie alleine sind!!!) ueber dieses Rockzwang aber sobald man dann oeffentlich darueber diskutiert sind alle wieder dafuer und sagen das ist so Pasin bilong Meri (Verhalten von Frauen und weiblich) das gehoert dazu und hier ist es ja konservativ und deshalb ist es schon ok. Wenn ich sie dann aber auf dem Feld oder im Gebuesch sehe und sie bleiben an jedem Zweig oder Ast haengen, dann kann ich daran nichts positives finden. Ich sehe es ja ein im Lotu und beim Unterricht, aber bei Arbeit und Spiel ist es uebertrieben (hier will ich klarstellen, das das meine persoenliche Meinung und Einschaetzung ist und mehr kann ich auch nicht).
Naja, aber so geht der Sonntag dann zu Ende und dann kommt auch schon wieder der Montag... und der Spass geht von vorne los. Langsam habe ich mich gut integriert, fuehle mich wohl und gluecklich und die Sprache kommt auch a bissal ... :) Zumindest versteht mich jeder und weis was ich mein. Wenn dann mal was nicht klappt wie geplant, dann wollte mich auch keiner verstehen.
Naechte Woche kommt Manu fuer drei Wochen zu mir und macht Urlaub und Arbeit hier und da schauen wir mal was so kommt ... :) Freu mich auf jeden Fall mal wieder Gesellschaft von den Volunteers zu haben und nach Herzenslust quatschen zu koennen. 

Bis dahin, Lieben Gruss und Dank an alle Unterstuetzer und Freunde und Kollegen und besonders an meine Familie ...

Mit Sakarepe im Garten bei der Arbeit.
 Alle Maenner bei meiner Femililotugrup (Familien Gottesdienstgruppe)
 Alle Frauen bei meiner Femililotugrup

Vergangenes aufholen ...


Oje, ich stelle mit Erschrecken fest, dass ich seit dem letzten Blog in euren Augen gestroben sein muss, denn ich habe beim Femiliretreat aufgehoert und seit dem ist sooooo viel passiert, dass ich jetzt schon Angst davor habe, meine Finger zu ruinieren, wenn ich alles aufholen und schreiben will, was seit dem im schoenen PNG so alles passiert ist...
Aber ich gebe mein Bestes und bitte seht mir nach, wenn nicht alles so ausfuehrlich ist, wie ihr es gerne haettet oder fragt doch einfach nach, wenn euch etwas genauer interessiert oder ihr mehr Infos zu einem Thema haben wollt :)

Femilyretreat:
Wie schon gesagt, ich bin gerade erst wieder nach Logaweng zurueck gekommen und hatte eigentlich gar noch nicht ausgepackt als es auch schon wieder weitergehen sollte nach Alexishafen in der Madangprovinz zum Internationalen Femilyretreat ...
Was aber gar nicht sooo einfach war, denn wir sollten alle fliegen und an dem Tag hat es aber so geregnet, dass das Wasser foermlich auf der Piste, die ja in Finschhafen eh nur aus einem schmalen geteerten Streifen zwischen Bueschen besteht, dass wir nicht sicher waren, ob der Pilot ueberhaupt erkennen kann, dass da etwas ist und der Nebel war auch so tief, dass es der Pilot gar erst mal gar nicht geschafft hat die Nebeldecke zu durchdringen um zu gucken. Also wir im stoemendem Regen auf der Landebahn im Track und hoeren immer nur das Flugzeug, aber sehen konnten wir nix. Ploetzlich ein Lichtblick im Himmel und ca. 20 Meter bei dem die Wolkendecke aufgerissen ist ... der Pilot nutzt seine Chance und stetzt zum Sturzflug auf die Landebahn an. Nach drei Stunden warten war es dann so weit und der Pilot (Respekt fuer die Leistung) setzt unter einer riessen Wasserfontaene auf der Piste in Finsch auf und wir sehen das Flugzeug gar nicht, denn das Wasser ist so hoch gespritzt, dass wir schon gedacht hatten er ist baden gegangen .... aber oh Wunder, alles gut. Nur die, bis dahin schon an Bord gegangenen Passagiere mehr weiss im Gesicht als was anderes und keiner hat gross ein Wort gesagt. Ich glaub die waren alle noch mit beten beschaefftigt :)
Das Abheben war dann wieder (in meinen unerfahrenen Augen) ganz leicht und als wir dann endlich ueber dem Ozean an der Kueste endlang Richtung Madang geflogen sind war die Welt fuer alle wieder in Ordnung. Der Flug war toll, in so einer kleinen Maschiene bin ich noch nie geflogen und  es ist schon spannend, wenn man den Druck und die Kaelte so mitbekommt wenn man ueber eine gewisse Hoehe kommt. An Bord waren schon die Goroka Mitarbeiter und auf dem Weg nach Madang haben wir dann noch Kittels abgeholt.
Nach ein paar Stunden waren wir dann auch alle wohlbehalten in Alexishafen angekommen und konnten uns in unseren Einzelzimmern einrichten, und das Gelaende erkunden, was als Frau mal wieder schwierig war, aber es waren hier so viele “Whiteskins” unterwegs, dass es ok war. Nach und nach sind dann auch alle anderen angekommen ... und am Ende waren dann bestimmt 40 Mann (und Frauen) mit Kind und Kegel versammelt. Das Essen war lecker und wir Volunteere waren mit der Kinderbetreuung auch gut beschaeftigt. Auch haben wir einen anderen Vonlunteer aus dem Norden Deutschlands, der in Goroka stationiert ist, kennengelernt. Netter Mensch muss man sagen und super guter Feuertaenzer und Feuerspucker. Nur zu empfehlen, wie wir dann Nachts nach dem bunten Abend festgestellt hatten. Er hat alle echt ueberrascht und eine tolle Show und einen grandiosen Abschluss geboten. Hier schaue ich auch, ob ich einige Fotos online stellen kann :)
Ansonsten war alles toll und wir hatten viel Spass und ich die ersten Biere seit Monaten :) JUHUUUU! Da das mit dem Bier in Logaweng ja ein Problem darstellt, da man gleich als Alkoholiker abgestempelt wird, wenn man auch nur dran denkt :) Was aber etwas verstaendlich ist, wenn man sieht wie die Einheimischen auf Bier und Drogen im Allgemeinen reagieren. Seltsam ist, dass schon geringe Mengen an Alkohol hier ausreichen um einen Einheimischen alles vergessen zu lassen und wild umsichzuschlagen. Wenn man das im Hintergrund weis ist es auch nicht so schwer zu verzichten auch wenn Bier in Deutschland ein Stueck weit zur Kultur gehoert. Natuerlich ist man hier im Land dann auch Vorbild und lebt so, dass man sich nichts zu Schulden kommen laesst. Darauf habe ich mich eingelassen und das ist dann auch ok so... dennoch habe ich mich gefreut in Gesellschaft mal wieder ein oder zwei Bierchen geniessen zu koennen wie alle anderen beim Retreat auch.
Nach drei Naechten war dann auch alles schon wieder vorbei, die Kinder muede gespielt und die Eltern und Erwachsenen voll mit neuen Erfahrungen und Gespraechen und Eindruecken, wie auch wir Volunteere.


Donnerstag, 11. Oktober 2012

Auf und nieder ... immer wieder! Teil 1


Es ist schon Wahnsinn, was man alles in zwei Wochen erleben und sehen kann. Seit dem 21igsten September bin ich nicht mehr in Logaweng gewesen und auch erst seit zwei  Tagen wieder zurueck…

          1. Womens Conference (Meribung 2012, Mumeng Distrikt, Bulolo)
Ich hatte ja das grosse Glueck von dem Principal (Pasto Lukas Kedabing) in Logaweng am Seminary gefragt zu werden ob ich auf den Meribung (biggest Womens Conference, alle zwei Jahre, dismal in Bulolo im Mumeng Distrikt) mit will und ich wollte natuerlich unbedingt, den mehr lernen als in einer Woche auf so einem Bung geht nicht, dachte ich mir und sollte auch recht behalten…
Hier einige lustige Auszuege, fuer den Blog, aber mein erster Rundbief wird auch die naechsten Tage fertig werden und da gibt es dann auch viel zu entdecken und neues zu lesen, wie ich hoffe. Auch versuche ich einige Bilder im Anschluss hochzuladen, vielleicht klappt es ja?

Tag 1: Einige Dinge sind, wie ich heute festgestellt habe, unerlaesslich, wenn man in den Busch geht, bzw. Wenn man nicht genau weis wo man hingeht … aber wie ich festgestellt habe ist das nicht der Busch, es ist nur Bulolo im Mumeng Distrikt. Hier findet eine der groessten Konferenzen nur fuer Frauen statt, bei der diskutiert wird, die Belange der Frauen geklaert werden und hoffentlich auch einige Probleme geloest werden koennen, und es ist eine tolle Gelegenheit fuer alle Geschichten, Neuigkeiten und Familienangelegenheiten zu besprechen. Ich schaetze jetzt  mal, das sich hier bestimmt 4000 Frauen mit Kindern versammelt haben um zu hoeren und mitzudiskutieren. Alle sind aus unterschiedlichen Distrikten (es gibt 17 hier) angereist um diesem Bung (Meeting) beizuwohnen.
Ich bin jetzt seit ca. 3 Stunden hier und habe das dringende Beduerfniss (zum esten mal in meinem Leben) was niederzuschreiben, da ich sonst davon ausgehen muss das die vielen Eindruecke meinen Kopf sprengen wuerden. Oder ich einfach implodiere…

Aber zurueck zu den Dingen, die man immer und ich meine IMMER dabeihaben sollte: Mal wieder und wie immer an erster Stelle: Klopapier (!!!!!!) –und jetzt, im Gegensatz zum meinem letzten Blog ist es mir wirklich schei…. egal, ob es nur einlagig ist- hier bin ich ueber alles froh und dankbar, was an Klopapier erinnert! Ausserdem WICHTIG ist Wasser, abgekochtes Wasser … davon sollte man immer viel dabei haben und auch viel trinken, was natuerlich wieder dazufuehrt, das man aufs Klo muss und wieder viel Klopapier braucht … ganz davon abgesehen, dass man ca. 10 Minuten laufen muss um das Klo zu finden, das dann aus einem Loch im Boden besteht … also vielleicht doch nicht zu viel trinken …??? Aber weiterhin, wichtig, vor allem wenn man Nachts aufs Klo muss … was leider sehr oft vorkommt wenn man das Essen nicht vertraegt (J) … eine Taschenlampe!!!! Sehr wichtig, den wenn es um sechs Uhr Abends dunkel wird, dann ist es halt dunkel.

Auch wichtig, aber entbehrlich, wie ich spaeter erzaehlen werde, ist ein Moskitonetz, ausser man will zerstochen und aufgefressen werden, aber leider ist das Moskitonetz da auch nicht immer hilfreich … ihr werdet noch davon hoeren…
So, also wir waren angekommen (nach 4 Stunden im Auto auf einer offenen Ladeflaeche bei strahlendem Sonnenschein und 30-40 Grad, singenderweise. Platz fuer 20 Leute mit Gepaeck, doof nur, dass wir 30 Frauen waren und drei Kinder mit Gepaeck, aber was muss, das muss) und sollten alle (mit wir alle meine ich, alle Frauen und Kinder vom Kate Distrikt (meine beiden Begleiterinnen vom Seminar sind Katefrauen, deshalb sind wir zusammen hergekommen und wollten auch bei Ihnen schlafen und ich gehoere jetzt  auch dazu) zusammen in einem ca. 5 mal 4 Meter grossem Raum auf dem Fussboden schlafen. Ohne Fenster, ohne Tueren, Sand und Kiesel auf dem Boden… Juhuu, Gecko, Moskito & Co kann kommen!!

Dann aber, weil wir von einer Schule kamen, und alle Vertreter von Schulen ein anderes Haus bekommen, wurden wir wieder ausquatiert, was meinen beiden Begleiterinnen nicht sonderlich gefiehl, da sie jetzt nicht mehr bei Ihren Freundinnen sein konnten, mir aber sehr zusagte, den jetzt hatte ich Fenster mit Moskitonetz davor, eine Tuer, und ein Holzbrett als Bett … und Cristiane Paulsteiner sei Dank, auch eine dicke Decke, die ich unterlegen konnte, den nur auf einem Brett zu schlafen, war schon sehr hart. Aber naja, jetzt geht der erste Tag zu Ende und ich liege auf meinem Brett, und kann nicht schlafen, weil die Geraeusche von den anderen, ca. 20 Frauen, einfach zu laut sind, und wir wegen der drei oder vier Babies, die mit hier wohnen das Licht anlassen muessen. Es ist fast wie auf einem Festival. Da kann man auch nicht schlafen, weil die Besoffenen zu laut sind, und man schwitzt die ganze Zeit und fuehlt sich stinking und ekelig… hier ist es aehnlich. Ich fuehle mich wie in einem Traum, aus dem ich aufwachen muesste, aber ich tus nicht. Ich koennte mich eigentlich mal zwicken, aber dann denke ich an die ca. 50 Mueckenstiche und die Schmerzen, die diese verursachen und eigentlich, wenn ich traeumen wuerde, muesste ich davon wach werden. Ergebnis das ersten Tages also: Kein Traum…

Tag 2: Langsam gwoehne ich mich an mein Festival. Es gibt leider kein Bier und keinen Rock’n Roll, aber dafuer Buai und Betelnuesse (legale Droge hier in PNG zum berauschen) und Kichenmusik… Ansonsten ist aber alles gleich…

Heute war ein Tag, den ich ganz schlecht beschreiben kann. Ich bin irgendwie von einem Gefuehl und einem Hoch in ein anderes Gefuehl und Tief gefallen. Die guten und geradezu unglaublichen Erlebnisse wiegen die erschrekenden und gruseligen bei weitem auf und die Tage hier sind im Gegensatz zu den Naechten gerade zu unglaublich. Nachdem ich es geschafft habe mich beim Waschen mitten auf dem Platz wo es alle sehen koennen, nicht komplett zu embloesen, war ich froh wieder im Haus zu sein und Klamotten anzuhaben. Aber kaum war ich fertig angezogen, meinten meine lieben Zimmerkolleginnen, dass ich nicht passend gekleidet waere. Also musste ich mich wieder ausziehen (hier war es dann auch vorbei mit dem “nicht embloesen”) und einen total neuen und schoenen Laplap (Wickelrock) und eine handgearbeitete, neue Meriblaus (Frauenbluse) anziehen. Anschliessend habe ich den lieben Frauen so gut gefallen und wurde noch mit Muschelkette und Bilas geschmueckt, dass mir alle die Kleidung gleich geschenkt hatten, was wirklich viel Geld kostet und lange zu arbeiten ist und es kostet viel Muehe und Zeit diese Art Kleidung herzustellen. Ich war, wie so oft, sprachlos. Spaeter hatte ich dann auch erfahren, dass es von Anfang an geplant war, mir die Kleidung zu schenken, da alle wollten, dass ich mich wohl und “dazugehoerig” fuehlen kann. Ich habe selten, eigentlich nie, so viele Menschen gesehen, die so gerne geben, ohne etwas als Gegenleistung zu verlangen…  einfach nur, weil es sie gluecklich macht und das, wie ich erfahren habe, Gottes Wille und Weg ist. Im Laufe dieses Tages habe ich so viel Essen geschenkt bekommen, dass ich alles gar nicht schaffen kann.  Also schenke ich es weiter…. und da freuen sich dann auch wieder alle.

Ich habe heute auch so viele Haende geschuettelt, dass ich gar nicht mehr weis was man sonst noch mit der Hand alles machen kann. Jeder will mich kennenlernen und sehen und auch fotografieren, aber alle versuchen auch nicht zu aufdringlich zu sein, aber angestarrt wird man doch am laufenden Band und auch die Kinder gucken ganz frei und offen. Heute kam auch ein kleiner Junge auf mich zu, total schuechtern und man hat seiner Familie angesehen, dass sie nicht viel haben, aber er hat mir einen Bilum (Tasche) geschenkt, einen sehr schoenen aus Naturfaser in den Farben des Mumengdestriktes. Er meinte nur, damit ich etwas haette was mich an dieses Treffen erinnert. Ich muss gestehen, dass das Aiwara (Augenwasser) ganz schoen schnell hochkam…

Ueber die riessen Eroeffnungsfeier gehe ich jetzt hinweg. Sie war toll, viel Gesang, Tanz und natuerlich auch Kirche. Wir, Delegierte aus allen Destrikten waren VIP Gaeste (auch wir) und sollten in einem besonderen Zug ueber die Strasse auf den Platz geleitet werden und besungen und gesegnet werden. Drei Stunden warten in der prallen Sonne, ohne Wasser hatten mich hier fast an meine Grenzen gebracht aber dann ging es endlich los. Auch wurden wir “gesegnet” in dem Schwarz angemalte Maenner mit Palmwedeln und Grasbuescheln auf und eingeschlagen hatten (nicht fest) um die boesen Geister zu vertreiben und uns zu reinigen … leider hatte ich einen Palmwedel erwischt, auf den ich dachte alergisch zu reagieren, den als er mich beruehrt hatte ist mein Arm auf die doppelte Groesse angeschwollen und war mit roten Pusteln uebersaeht. Ich hatte dann allerdings gefragt was das ist und sie meinten nur alle, das sei normal, den wenn ich Schmerzen auf der Haut empfinden wuerde, dann wuerden die Schmerzen im Inneren weniger schlimm sein. Damit hatten sie auch Recht, den das Schwitzen und der Kopfschmerz waren auf einmal gar nicht mehr so schlimm. Aber alles halb so wild, nach ca. 1ner Stunde war mein Arm wieder auf Normalumpfang geschrumpft und das Brennen hat auch nachgelassen…

Auf und nieder ... immer wieder! Teil 2


Tag 3: 4:30 Uhr morgens, draussen ist es noch stockfinster, der Hahn hat noch nicht gekraet, das macht er hier so gegen 6:30 Uhr morgens, die erste Frau bei und im Zimmer steht auf und faengt vor Freude ueber den tollen neuen Tag an ganz leise zu singen. Dankt Gott fuer den neuen Tag und keine 30 Minuten spaeter zieht das komplette Haus, ca. 20 Frauen im Schlafanzug (der ist nicht gross hier!!!) in einer Art Bolognese singend, tanzend und trommelnd  durchs Haus und dankt dem Herrn, dass der neue Tag anbricht! ABER ER HAT NOCH NICHT ANGEFANGEN!!! Ich schlafe noch! ES IST NOCH DUNKEL DRAUSSEN!!! Aber ignorieren kann man das ja nicht! Auf der einen Seite ist es total fazinierend und ich habe so eine Lebensfreude und Lust am Singen, Tanzen und Gott danken noch nie erlebt, auf der anderen Seite will ich einfach nur schlafen!

Nach ca. 1ner Stunde ist es dann 5:30 Uhr morgens und Zeit zum Waschen im Bergbach, wie verkuendet wird. Langsam falle ich aus dem Bett und schleppe mich zum Wasser, aber dann, ja dann bin ich wach, bei ca. 8 Grad kaltem Wasser!!!

Nach dem Wachen gibt es Fruehstueck (Kartoffeln, Reis, manchmal Brot und Butter) es ist immer genug da, aber man muss sich doch daran gewoehnen, frueh schon Kartoffeln zu essen (meine Oma wuerde es lieben). Dannach ist Lotu (Gottesdienst), nicht sehr lange, ca. 45 Minuten in denen wieder, dismal eher Asples (Muttersprache) gesungen wird. Ich kann da wenig mitsingen, den ich verstehe hier nichts. Das ist schade, den wenn ich auch sehr falsch singe, hier stoert es keinen, Hauptsache man singt und tanzt mit, WIE ist foellig egal. Was ich uebrigens auch gemacht habe (singen und tanzen) und zwar so toll, das ich mein Nasenpearsing verloren habe. Jetzt habe ich einen Ring gekauft um das Pearsing zu erseatzen und ploetzlich faellt jedem auf, das ich ein Nasenpearcing habe… lustig.

Anschliessend sitzen wir fast den ganzen Tag auf Stuehlen und diskutieren ueber alles und nichts. Naja, doch schon ueber sehr viel, aber leider verstehe ich ja nichts und deshalb ist es fuer mich sehr lange…. Wenn ich dann mal wieder Erwarten doch etwas mitbekomme ist es sehr interessant. In dem einen Distrikt gibt es gerade kein sauberes Wasser und hier wird besprochen, wie man helfen kann, oder wie man Geld herbekommt eine Wasseraufbereitungsanlage zu kaufen. Oder bei einem anderen Distrikt beschweren sich die Fauen (von einer bestimmten Schule), dass sie ein Semester in einem anderen Distrikt verbringen muessen, und nicht bei der Familie sind. Sehr interessant alles, aber leider verstehe ich nur 10 Prozent. Hoffentlich wird das noch besser.
Ok, ganze 3.5 Tage hat es gedauert, seit ich Logaweng verlassen hatte. Jetzt bin ich krank. Mein Bauch vertraegt das Essen doch nicht so gut wie ich gedacht hatte, oder es liegt daran, das das Wasser hier leider nicht sehr sauber ist, wie alles sagen, auf alle Faelle habe ich die Befuerchtung, dass es noch schlimmer wird. Und wenn ich nur daran denke, dass das Klo dann so weit we gist …. WAAAA!!!!  Naja, abwarten und Tee trinken, der ist ja schliesslich abgekocht J, und schauen was morgen kommt.

Tag 4: Am Morgen kam fuer mich erst mal putzen!!!! Meinen Schlafsack, meine Decke, mein Bett und bei der Gelegenheit, habe ich das ganze Haus von allen und den Boden gleich mitgeputzt. Allerdings nicht, weil ich Lust hatte, sondern (da ich dumme weisse Meri /Frau gestern im Bett einen NUR EINEN Keks gegessen hatte) weil mich in dieser Nacht (wos mir eh nicht gut ging) eine Maus besucht hat. Sie hat sich auch genau die eine Stunde ausgesucht in der ich endlich eingeschlafen war und keine Kraempfe mehr hatte, hat sich durch das Moskitonetz gebissen und ich bin aufgewacht als sie versucht hat ueber meinen Kopf an ein kleines Stueck Keks zu kommen, das wohl runtergefallen war…  OK … ich schrei, die Maus, oder Ratte quickt, alle Frauen scheien, weil sie denken das ist ne Schlange irdendwo, reissen ihre Kinder aus dem Bett, die schreien jetzt auch und ich falle in einem Knaeul aus Decke, Moskitonetz, Ratte/Maus und Schlafsack zu Boden. Ich kann euch sagen, versucht da mal rauszukommen, wenn man sein Moskitonetz gerade deshalb so eng und gut festgesteckt hat. Da ist kein Rauskommen auf die schnelle… und nachdem ich endlich draussen war (Ratte/Maus war weg) und ich auch endlich die anderen Frauen ueberzeugen konnte nicht auf mich oder mein Bett einzuschlagen, weil da evtl. ne Schlange ist, oder mich ins Krankenzimmer zu bringen, weil ich von einer Schlange gebissen wurde, haben sich dann auch alle wieder murrend (MAN SCHREIT DOCH NICHT WEGEN EINER MAUS/RATTE!!!!!) schlafen gelegt und 5 Minuten spaeter war keiner mehr wach …. keiner, ausser ich. Denn an schlafen war jetzt sicher nicht mehr zu denken. Und das war auch gut so, wie sich herausstellte, den die Maus oder Ratte dachte sich, wo es einmal was zu fressen gibt, da gibt es wieder was und wenn ich schon auf dem Weg bin, dann nehm ich doch gleich meine Brueder und Schwestern mit. Naja, 10 Minuten spaeter waren sie dann zu dritt und in der Ueberzahl… ich habe mich also geschlagen gegeben, bin wach geblieben und habe abwechselnd meine restlichen Kekse von mir weggeworfen, damit sie nicht auf den Gedanken kommen wieder in meinem Bett zu suchen. Das hat auch gut funktioniert, allerdings habe ich am naechsten Tag auch ausgeschaut als ob ich nur eine Stunde geschlafen haette und war krank und auch bekannt wie ein bunter Hund, denn irgendwie wussten alle schon vor dem Aufstehen von meiner Aktion und dem Ausgang und ich war –mal wieder- das Gespraechstthema nummer Eins!

Langsam mache ich Schluss, mit dem Womens Conferenz-Thema, den erzaehlt habe ich genug, wie ich denke. Wie die Stimmung am Tage war zeigen am Besten ein paar Fotos, die ich auch hier einstelle … die naechsten Tage ging es mir immer mal wieder besser, mal schlechter, aber die Putzaktion hat soweit geholfen, dass ich keine Besucher mehr hatte in der Nacht, allerdings meine Nachbarn, die es nicht gestoert hat. So habe ich mich ueber die Naechte gerettet und die Tage waren traumhaft und sehr lehrreich. Allerdings konnte ich nicht verhindern, dass ich am letzten Tag und auch in der letzten Nacht dann doch noch richtig krank geworden bin und mir schon vor der 4 Stunden Heimfahrt gekraut hat. Mein Klopapier hat dann auch nicht mehr gerreicht, aber Gott sei Dank haben mir auch hier die Frauen geholfen… 

Mein Fazit dieser Konferenz ist, dass die Freundlichkeit und die Bereitschaft zu geben, ohne etwas zu verlangen hier in dieser Gemeindschaft so gross und reich ist wie ich es selten erlebt habe und das werde ich im Rundbrief auch noch ausfuehren. Das ich sehr viel ueber Land und Leute gelernt habe wie ich es sonst wahrscheinlich nie in Monaten gelernt haette, das ich einige tolle Menschen kennengelernt habe die mich wirklich beruehrt und begeistert haben, die ich nie wieder vergessen werde und das ich NIE WIEDER im Bett essen werde!!!

Die Heimfahrt habe ich dann -dank der lieben Frauen- gut ueberstanden und es hat sich herrausgestellt, dass e skein Malaria ist, sondern nur eine Grippe oder Erkaeltung mit Magen Zeug. Also alles halb so wild und, da ich so schlapp war, wohl auch dem Kulturschock oder der Ueberanstrengung zum Opfer gefallen bin. Kein Wunder bei all den Eindruecken, die in kurzer Zeit auf mich eingeprasselt sind. Ich moechte diese Woche auf keinen Fall missen, den  jetzt sind mir meine kleinen Geckos im Haus in Logaweng egal und seit dieser Zeit schlafe ich auch ohne Moskitonetz.

         2. LEA/Shopping
Direkt nach der Womens Conderence, und weil ich eh gerade in Lea war, und weil mein Essen eh zur Neige gegangen ist und weil ich kein Malaria hatte, bin ich gleich ein paar Tage laenger geblieben und habe einen Shoppingtrip gemacht, und sehr viel Geld fuer Essen ausgegeben J Juhuuu!!! Freu, aber es war dann wahrscheinlich doch etwas uebertrieben, den jetzt weis ich nicht wohin mit dem allem …. da heist es dann nur essen, essen, essen…

In diesen Trip ist auch mein Geburtstag gefallen und ich bin nach dem Einkaufen am Tag, am Abend noch mit ein paar “Weissen” ins Restaurant Essen gegangen. Es war total toll, auch wenn die Pizza in Italien besser ist, warum nur ??, war sie hier wirklich gut, ich hab zum ersten mal seit der Ausreise wieder ein Bier getrunken (da haben alle vielleicht geschaut, das macht hier naemlich keiner!!!), und mir wurde noch ein Geburtstagstaendlichen gesungen und Damaris (Doktor in Butaweng) hat in der Frueh (war mit ihr in einem Zimmer) fuer mich ein Lied gespielt, ich hab Geschenke (ESSEN) bekommen und Schokolade und sie hatte Blumen gepflueckt und Kerzen angezuendet! VIELEN DANK AN DICH!!! Das war das schoenste Aufwachen seit langem und besser haette der Tag nicht anfangen koennen.

          3. Zrueck in Logaweng fuer eine Nacht und dann FAMILY RETREAT
Aber wie das war, mit dem fliegen in einer Minimaschine, ob wir aus Finschhafen ueberhaupt wegen dem Wetter starten konnten und wie es war … erzaehle ich ein anderes mal, den ich kann nimmer schreiben! Meine Finger tun weh …
Bis zum naechsten Mal, alles Gute Tanja