Tag 3: 4:30 Uhr morgens, draussen ist es noch stockfinster, der Hahn hat noch nicht gekraet, das macht er hier so gegen 6:30 Uhr morgens, die erste Frau bei und im Zimmer steht auf und faengt vor Freude ueber den tollen neuen Tag an ganz leise zu singen. Dankt Gott fuer den neuen Tag und keine 30 Minuten spaeter zieht das komplette Haus, ca. 20 Frauen im Schlafanzug (der ist nicht gross hier!!!) in einer Art Bolognese singend, tanzend und trommelnd durchs Haus und dankt dem Herrn, dass der neue Tag anbricht! ABER ER HAT NOCH NICHT ANGEFANGEN!!! Ich schlafe noch! ES IST NOCH DUNKEL DRAUSSEN!!! Aber ignorieren kann man das ja nicht! Auf der einen Seite ist es total fazinierend und ich habe so eine Lebensfreude und Lust am Singen, Tanzen und Gott danken noch nie erlebt, auf der anderen Seite will ich einfach nur schlafen!
Nach ca. 1ner Stunde ist es dann 5:30 Uhr morgens und Zeit
zum Waschen im Bergbach, wie verkuendet wird. Langsam falle ich aus dem Bett
und schleppe mich zum Wasser, aber dann, ja dann bin ich wach, bei ca. 8 Grad
kaltem Wasser!!!
Nach dem Wachen gibt es Fruehstueck (Kartoffeln, Reis,
manchmal Brot und Butter) es ist immer genug da, aber man muss sich doch daran
gewoehnen, frueh schon Kartoffeln zu essen (meine Oma wuerde es lieben).
Dannach ist Lotu (Gottesdienst), nicht sehr lange, ca. 45 Minuten in denen
wieder, dismal eher Asples (Muttersprache) gesungen wird. Ich kann da wenig
mitsingen, den ich verstehe hier nichts. Das ist schade, den wenn ich auch sehr
falsch singe, hier stoert es keinen, Hauptsache man singt und tanzt mit, WIE
ist foellig egal. Was ich uebrigens auch gemacht habe (singen und tanzen) und
zwar so toll, das ich mein Nasenpearsing verloren habe. Jetzt habe ich einen
Ring gekauft um das Pearsing zu erseatzen und ploetzlich faellt jedem auf, das
ich ein Nasenpearcing habe… lustig.
Anschliessend sitzen wir fast den ganzen Tag auf Stuehlen
und diskutieren ueber alles und nichts. Naja, doch schon ueber sehr viel, aber
leider verstehe ich ja nichts und deshalb ist es fuer mich sehr lange…. Wenn
ich dann mal wieder Erwarten doch etwas mitbekomme ist es sehr interessant. In
dem einen Distrikt gibt es gerade kein sauberes Wasser und hier wird
besprochen, wie man helfen kann, oder wie man Geld herbekommt eine
Wasseraufbereitungsanlage zu kaufen. Oder bei einem anderen Distrikt beschweren
sich die Fauen (von einer bestimmten Schule), dass sie ein Semester in einem
anderen Distrikt verbringen muessen, und nicht bei der Familie sind. Sehr
interessant alles, aber leider verstehe ich nur 10 Prozent. Hoffentlich wird
das noch besser.
Ok, ganze 3.5 Tage hat es gedauert, seit ich Logaweng
verlassen hatte. Jetzt bin ich krank. Mein Bauch vertraegt das Essen doch nicht
so gut wie ich gedacht hatte, oder es liegt daran, das das Wasser hier leider
nicht sehr sauber ist, wie alles sagen, auf alle Faelle habe ich die
Befuerchtung, dass es noch schlimmer wird. Und wenn ich nur daran denke, dass
das Klo dann so weit we gist …. WAAAA!!!!
Naja, abwarten und Tee trinken, der ist ja schliesslich abgekocht J, und schauen was
morgen kommt.
Tag 4: Am Morgen kam fuer mich erst mal putzen!!!! Meinen Schlafsack,
meine Decke, mein Bett und bei der Gelegenheit, habe ich das ganze Haus von
allen und den Boden gleich mitgeputzt. Allerdings nicht, weil ich Lust hatte,
sondern (da ich dumme weisse Meri /Frau gestern im Bett einen NUR EINEN Keks
gegessen hatte) weil mich in dieser Nacht (wos mir eh nicht gut ging) eine Maus
besucht hat. Sie hat sich auch genau die eine Stunde ausgesucht in der ich
endlich eingeschlafen war und keine Kraempfe mehr hatte, hat sich durch das
Moskitonetz gebissen und ich bin aufgewacht als sie versucht hat ueber meinen
Kopf an ein kleines Stueck Keks zu kommen, das wohl runtergefallen war… OK … ich schrei, die Maus, oder Ratte quickt,
alle Frauen scheien, weil sie denken das ist ne Schlange irdendwo, reissen ihre
Kinder aus dem Bett, die schreien jetzt auch und ich falle in einem Knaeul aus
Decke, Moskitonetz, Ratte/Maus und Schlafsack zu Boden. Ich kann euch sagen,
versucht da mal rauszukommen, wenn man sein Moskitonetz gerade deshalb so eng
und gut festgesteckt hat. Da ist kein Rauskommen auf die schnelle… und nachdem
ich endlich draussen war (Ratte/Maus war weg) und ich auch endlich die anderen
Frauen ueberzeugen konnte nicht auf mich oder mein Bett einzuschlagen, weil da
evtl. ne Schlange ist, oder mich ins Krankenzimmer zu bringen, weil ich von
einer Schlange gebissen wurde, haben sich dann auch alle wieder murrend (MAN
SCHREIT DOCH NICHT WEGEN EINER MAUS/RATTE!!!!!) schlafen gelegt und 5 Minuten
spaeter war keiner mehr wach …. keiner, ausser ich. Denn an schlafen war jetzt
sicher nicht mehr zu denken. Und das war auch gut so, wie sich herausstellte,
den die Maus oder Ratte dachte sich, wo es einmal was zu fressen gibt, da gibt
es wieder was und wenn ich schon auf dem Weg bin, dann nehm ich doch gleich
meine Brueder und Schwestern mit. Naja, 10 Minuten spaeter waren sie dann zu
dritt und in der Ueberzahl… ich habe mich also geschlagen gegeben, bin wach
geblieben und habe abwechselnd meine restlichen Kekse von mir weggeworfen,
damit sie nicht auf den Gedanken kommen wieder in meinem Bett zu suchen. Das
hat auch gut funktioniert, allerdings habe ich am naechsten Tag auch
ausgeschaut als ob ich nur eine Stunde geschlafen haette und war krank und auch
bekannt wie ein bunter Hund, denn irgendwie wussten alle schon vor dem Aufstehen
von meiner Aktion und dem Ausgang und ich war –mal wieder- das Gespraechstthema
nummer Eins!
Langsam mache ich Schluss, mit dem Womens Conferenz-Thema,
den erzaehlt habe ich genug, wie ich denke. Wie die Stimmung am Tage war zeigen
am Besten ein paar Fotos, die ich auch hier einstelle … die naechsten Tage ging
es mir immer mal wieder besser, mal schlechter, aber die Putzaktion hat soweit
geholfen, dass ich keine Besucher mehr hatte in der Nacht, allerdings meine
Nachbarn, die es nicht gestoert hat. So habe ich mich ueber die Naechte
gerettet und die Tage waren traumhaft und sehr lehrreich. Allerdings konnte ich
nicht verhindern, dass ich am letzten Tag und auch in der letzten Nacht dann
doch noch richtig krank geworden bin und mir schon vor der 4 Stunden Heimfahrt
gekraut hat. Mein Klopapier hat dann auch nicht mehr gerreicht, aber Gott sei
Dank haben mir auch hier die Frauen geholfen…
Mein Fazit dieser Konferenz ist, dass die Freundlichkeit und
die Bereitschaft zu geben, ohne etwas zu verlangen hier in dieser Gemeindschaft
so gross und reich ist wie ich es selten erlebt habe und das werde ich im
Rundbrief auch noch ausfuehren. Das ich sehr viel ueber Land und Leute gelernt
habe wie ich es sonst wahrscheinlich nie in Monaten gelernt haette, das ich
einige tolle Menschen kennengelernt habe die mich wirklich beruehrt und
begeistert haben, die ich nie wieder vergessen werde und das ich NIE WIEDER im
Bett essen werde!!!
Die Heimfahrt habe ich dann -dank der lieben Frauen- gut
ueberstanden und es hat sich herrausgestellt, dass e skein Malaria ist, sondern
nur eine Grippe oder Erkaeltung mit Magen Zeug. Also alles halb so wild und, da
ich so schlapp war, wohl auch dem Kulturschock oder der Ueberanstrengung zum
Opfer gefallen bin. Kein Wunder bei all den Eindruecken, die in kurzer Zeit auf
mich eingeprasselt sind. Ich moechte diese Woche auf keinen Fall missen,
den jetzt sind mir meine kleinen Geckos
im Haus in Logaweng egal und seit dieser Zeit schlafe ich auch ohne Moskitonetz.
2. LEA/Shopping
Direkt nach der Womens Conderence, und weil ich eh gerade in
Lea war, und weil mein Essen eh zur Neige gegangen ist und weil ich kein
Malaria hatte, bin ich gleich ein paar Tage laenger geblieben und habe einen
Shoppingtrip gemacht, und sehr viel Geld fuer Essen ausgegeben J Juhuuu!!! Freu, aber
es war dann wahrscheinlich doch etwas uebertrieben, den jetzt weis ich nicht
wohin mit dem allem …. da heist es dann nur essen, essen, essen…
In diesen Trip ist auch mein Geburtstag gefallen und ich bin
nach dem Einkaufen am Tag, am Abend noch mit ein paar “Weissen” ins Restaurant
Essen gegangen. Es war total toll, auch wenn die Pizza in Italien besser ist,
warum nur ??, war sie hier wirklich gut, ich hab zum ersten mal seit der
Ausreise wieder ein Bier getrunken (da haben alle vielleicht geschaut, das
macht hier naemlich keiner!!!), und mir wurde noch ein Geburtstagstaendlichen
gesungen und Damaris (Doktor in Butaweng) hat in der Frueh (war mit ihr in
einem Zimmer) fuer mich ein Lied gespielt, ich hab Geschenke (ESSEN) bekommen und
Schokolade und sie hatte Blumen gepflueckt und Kerzen angezuendet! VIELEN DANK
AN DICH!!! Das war das schoenste Aufwachen seit langem und besser haette der
Tag nicht anfangen koennen.
3. Zrueck in Logaweng fuer eine Nacht und dann
FAMILY RETREAT
Aber wie das war, mit dem fliegen in einer Minimaschine, ob
wir aus Finschhafen ueberhaupt wegen dem Wetter starten konnten und wie es war
… erzaehle ich ein anderes mal, den ich kann nimmer schreiben! Meine Finger tun
weh …
Bis zum naechsten Mal, alles Gute Tanja
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