Mittwoch, 20. März 2013

Auf zu neuen Ufern und in ein neues Abenteuer…


Der Sepik…

(hier ein kleiner Wiki Auszug, damit ihr auch Bescheid wisst : J
... (ausgesprochen „sii-pick“, zu deutsch: Kaiserin Augusta-Fluss) ist der längste Fluss der Insel Papua Neuguinea und mit über 1100 km Flusslauf einer der fünf laengsten Fluesse Australiens und Neuguineas.
Der Sepik gehört zu den großen Flusssystemen der Welt. Er hat ein weites Einzugsgebiet und ist umgeben von Landschaftsarten wie Sümpfen, tropischem Regenwald und Bergen. Biologisch gesehen ist der Fluss wahrscheinlich das größte unvergiftete Frischwasserreservoir im asiatisch-pazifischen Raum...

Damit aber genug Wiki. Hier in PNG sagt man (auch die Einheimischen, die alle Angst vor dem Sepik haben, denn dort soll es ja so gefaehrlich sein), dass das Gebiet des Sepik noch zu den urspruenglicheren Landschaften gehoert und auch die Menschen noch sehr urspruenglich wohnen, leben und arbeiten. Viele die hier aus Uebersee kommen denken es ist da sehr gefaehrlich und Frauen sollten da besser nicht hin und es hat mich auch einige Ueberzeugungsarbeit gekostet meine Mentorin davon zu ueberzeugen, dass ich bestimmt sicher bin, was man hier aber leider NIE sagen kann. Mit maennlicher Begleitung (Philipp Schroeder) und noch einer Volunteerin (Antonia Peter), der genauen Reiseroute und den ganzen Telefonnummern von allen Leuten, bei denen wir vorhatten zu sein ist es mir dann gelungen die „Erlaubnis“ zu bekommen, wobei ich nie ein Verbot erhalten hatte. Man kommt nur selber sehr ins Gruebeln, wenn einem von allen Seiten gesagt wird, was man nicht machen sollte und am Ende traut man sich selbst gar nichts mehr zu. Aber Pustekuchen ... es war GEIL und SUPERSCHOEN!!! Ich bereuhe auch nie und nimmer, dass ich da hin bin, auch wenn es schwer war, meine Flexibilitaet fast an ihre Grenzen gekommen ist und man eine hohe Frustgrenze haben sollte (die, die mich kennen, wissen, dass ich das NICHT habe) und man braucht auch noch einiges an Reiseuebelkeitsmedizin, falls man wie ich Schifffahren bei hohem Wellengang nicht so gut findet, bzw. der Magen das nicht so toll findet...

Nichts desto trotz haben wir (Philipp, Toni und ich) uns am Freitag (vor 1.5 Wochen) auf das Schiff Mamose Express begeben um eine 22-stuendige Schiffsreise nach Wewak anzutreten, bei der ich vorher schon wusste, dass ich mein Mittagessen wiedersehen wuerde. Um ca. 16 Uhr ging es dann auch los mit kleiner Verspaetung und wir waren dann ueber Nacht bis zum naechsten Morgen (ca. 14 Uhr) am Schiff. Wir hatten in weiser Vorraussicht ein Bett (Gummimatratze auf Holzbrett) mitgebucht um uns auch hinlegen zu koennen und nach dem ich mein Mittagessen wieder identifiziert hatte war ich auch ganz froh mich hinlegen zu koennen und bin dann auch kaum mehr (ausser um zum Klo zu gehen) aufgestanden. Die kleinen Krabbeltiere (Kakerlaken –schreibt ma des so?? Kei Ahnung...) die aus den Matrazen und Betten krabbelten uebersieht man dabei einfach und irgendwann ist es einem eh wurscht, weil ma einfach wieder festen Boden unter den Fuessen haben will, wenn man die ganze Nacht von Meterhohen Wellen durchgeschuettelt wird. Aber dann, nach gar nicht so langer Zeit, und gar nicht soooo vielen Kotzattaken waren wir dann ja auch am naechsten Tag in Wewak angekommen.

Kaum wieder festen Boden unter den Fuessen konnte ich es kaum erwarten die Stadt anzuschauen, musste dann aber ein bisschen Ruecksicht auf die beiden anderen nehmen, die kaum mehr gerade aus laufen konnten und denen immer noch Stunden spaeter schwindelig und auch ein bisschen schlecht war ... ich kann das ja gar nicht verstehen? J

Landschaftlich ist es in Wewak auch aehnlich zu den anderen Kuestenstaedten, wenn auch nicht zu 100 Prozent, aber ich kann auch gar nicht genau sagen was sooo anders war, denn es ist schwer zu beschreiben. Vielleicht hab es mehr Nadelbaeume trotz der Bananen und Kokusnuesse? Aber das war mehr so ein Gefuehl als das ich das benennen kann... ganz lieb abgeholt hat uns dann auch Mandy (Frau des MAF Piloten Mathias Klaas), bei der wir dann auch auf dem Compaunt (im Guesthaus) geschlafen hatten. Abends wurden wir noch zum Essen von Mandy und Mathias eingeladen und am naechsten Tag sollte es eigentlich in den Sepik gehen, denn die Zeit (eine Woche), die wir hatten war eigentlich viel zu kurz und deshalb hatten wir einen straffen Zeitplan, was allerdings mit dem Nuginizeitplan nicht uebereinkommt. Eigentlich sollte es Sonntag dann mit dem PMV nach Pagwi gehen und dann mit dem Nachtboot nach Ambunti, wo uns unser Fuehrer (Matthew), denn wir gebucht hatten (da sonst wirklich zu gefaehrlich) abholen sollte, aber ... was keiner wusste: Sonntag faehrt nix, weder PMV, noch Boot, noch sonstwas und das nur in Wewak, denn sonst in PNG ist das kein Thema ... naja, dann sind wir  Sonntag halt banden gegangen, haben den dicksten und leckersten Burger im Butique Hotel gegessen, den ich je gesehen habe (uebrigens neben dem General Govouner) und haben uns die Sonne auf den Bauch scheinen lassen. In der festen Hoffnung Montag (was die absolut letzte Moeglichkeit gewesen waere loszukommen, wegen dem engem Zeitplan) in aller Fruehe loszukommen sind wir dann Montag frueh um 8 Uhr in die Stadt gelaufen um einen PMV (Nummer 38) zu finden. Nach dem wir jedwede moegliche Kombination AUSSER DER 38 gefunden haben sind wir dann zu einem anderen PMV um zu frangen was los ist und da haben wir erfahren, dass die PMVs nur spaetnachmittag fahren und ob heute wissen sie nicht, denn der liebe General Govouner hat einen Public Holiday Day einberufen, woraufhin keine Geschaefte und nix mal wieder offen hatte und man sich auch nicht darauf verlassen konnte dass die PMVs am Abend kommen, denn es ist ja Holiday und auserdem gab es wohl auch ein Hevi (Problem) auf der Strasse was man uns aber nicht so genau sagen wollte ... Sanguma (Hexerei) wahrscheinlich?
Aussedem hatten wir festgestellt, dass wenn wir erst Abends von Wewak aus wegkommen wir nur ca. 12 Stunden in Wagu haben (da wollten wir urspruenglich hin) weil die Anfahrt erst nach Pagwi (5 Stunden) und dann warten (viele Stunden) und dann nach Ambunti (3 Stunden) so lang dauert und auch nur ueber Nacht geht... was uns eh zu gefaehrlich war, dass wir in Wagu (nochmals ca. 3 Stunden von Ambunti weg) viel zu spaet ankommen wuerden und das einfach viel zu stressig ist.
Deshalb haben wir dann schweren Herzens die Plaene aus Sicherheits- und Stressgruenden aufgegeben, Metthew angerufen und abgesagt und haben von Mandy erst mal eine Telefonnummer eines katholischen Pastors auf einer Insel nicht weit vor der Kueste bekommen, wo wir haetten im Guesthaus bei seiner Familie schlafen koennen um dann halt einen Tauch und Schnorchelurlaub zu machen. Den hatten wir dann auch erreicht, allerdings hatte er kein Boot und wollte uns wieder anrufen, wenn er eins organisiert hat. Mittlerweile ist es Montag Mittag gewesen und die Laune war wirklich auf dem Tiefpunkt, denn von dem lieben Pastor hat man nie wieder was gehoert und was macht man, wenn man krantik ist? Richtig, wir sind erst mal shoppen gegangen ... durch den Public Holiday wiederrum gar nicht so  einfach, aber nach fast 3 Kilometer laufen hatten wir dann auch einen der typischen Holzschnitzlaeden gefunden und erst mal fast alles Geld, das wir als Reserve hatten auf den Kopf gehauen. Warum Geld aufheben, wenn man es eh nicht mehr braucht. Metthew (unserem Fuehrer) haben wir nochmals abgesagt, denn der war sehr traurig, dass wir nicht kommen koennen und natuerlich ihm das Geld (nicht wenig) auch durch die Lappen geht ...

Aber wir sind ja „Deutsche“ und so schnell geben wir nicht auf, deshalb haben wir uns nach dem Kaufrausch, der einigermassen befriedigend war, selber auf die Suche nach einem Boot gemacht und einfach mal einen Typen angequatscht, der neben einem Boot stand und Rasen am Strand gemaeht hat. Und oh wunder, der hat dann einen Kumpel geholt, dem das Boot auch wirklich gehoert hat und der meinte er kann uns am naechsten Tag frueh zu der Insel fahren, denn jetzt sei es zu stuermisch und die Wellen zu hoch. Wir sollten uns um Sprit (ca. 120 Euro) kuemmern und er wollte fuer seine Dienste noch 40 Euro haben und dann wuerde er es machen. Gesagt, getan, der Plan nimmt Formen an, zwar hatten wir keine Ahnung wo wir ca. 40 Liter Benzin herbekommen, aber das ist ja mal ein kleines Problem, wenn es nur eine kaputte Tankstelle im Ort gibt. Also haben wir uns frohen mutes wieder auf den Rueckweg begeben um den restlichen Tag in Ruhe ausklingen zu lassen und morgen auf die Insel zu fahren... hoffentlich... mittlerweile war es 14:30Uhr am Montag Nachmittag ...

... als uns ein Anruf erreichte: Mandy: ihr Mann (Pilot bei MAF) hat einen Sonderflug wegen einem Passagier den er bei seinem letzten Flug nicht mitnehmen konnte und wuerde an Ambunti vorbeikommen und uns mitnehmen wenn wir in einer halben Stunde fertig sind ... was wir davon halten...

Innerhalb von 5 Minuten hatte ich die staerksten Kopfschmerzen die man sich vorstellen kann, denn Flexibilitaet in soooo hohem Mase ist echt nix fuer mich, ich schau Philipp und Toni an und hab nur noch gemeint: entscheidet ihr ... 30 Minuten spaeter sassen wir im Flieger nach Ambunti. Mit viel zu wenig Geld, denn das hatten wir ja verschoppt, einem schnell gepacktem Koffer, denn den hatten wir fuer die Insel schon vorbereitet und keine Ahnung was wir an Essen und sonst was noch dabei/ bzw vergessen hatten. 10 Minuten vor Abflug haben wir dann nochmals Metthew angerufen um ihm zu sagen das wir jetzt unterwegs sind und wo er denn ist und wir doch kommen... der hat daraufhin nur gelacht und gemeint er waert auf uns in Ambunti wo er durch Zufall war.
Und 40 Minuten, eine turbulente Flugphase in einem kleinen Probellerflugzeug mit sechs Sitzen spaeter waren wir dann in Ambunti um ca. 17 Uhr Abends, ungefaehr 3 Stunden spaeter als der Masterplan vorgesehen hatte. Ab da war alles isi, Metthew war schon am Flugplatz und hat und abgeholt, wir sind dann auch gleich weiter im Einbaum (Boot aus einem Baum), auf Korbstuehlen, extra fuer die Weissen, weiter nach Wagu an den Wagulake wo wir urspruenglich hinwollten und was wir auf der Hinfahrt fuer ein Naturerlebniss hatten laesst sich nicht beschreiben... es war grandios. Hier einige Fotos ... die sagen mehr als tausend Worte:





In Wagu waren wir dann also Montag Nacht so gegen 19 Uhr, puenktlich zum Sonnenuntergang. Gerechnet hatten wir mit Matten auf dem Boden, Ratten, keinem Licht, kein Strom, kein Klo, keine Dusche ... hatten dementsprechend auch nicht viel dabei. Gegeben hat es Strom (einen extra Generator fuer die Weissen), Steckdosen zum aufladen der Handys und Kameraakkus (dumm nur das wir extra alles nicht mitgenommen hatten), Dusche, Klo und eine voll eingerichtete –wenn auch sehr dreckige- Kueche. Betten waren da, Moskitonetze wurden aufgehaengt und wir haben einen Plan fuer die naechsten beiden Tage erstellt, die wir voll in Wagu haben wuerden, dank MAF und Matthias.

Metthew (unser Fuehrer) ist ein super Organisator, er plant (was bei Nuginis so gut wie NIE vorkommt) und (was noch viel seltener ist) er haelt sich an den Plan... einen kleinen dunklen Fleck hat die Sache leider gehabt (natuerlich nur fuer Frauen)...Metthew redet nicht mit Frauen und auch sonst will keiner die Meinung der Frauen hoeren. Also musste alles Philipp regeln, bei ihm wurde sich entschuldigt, wenn es Verzoegerungen gegeben hat, er musste bezahlen und er musste alle Entscheidungen treffen. Wir  (Toni und ich) wurden kein einziges mal gefragt und Metthew hat sich auch immer sehr gewundert, wenn Philipp mit uns beiden Ruecksprache gehalten hat, denn das macht hier kein Mann. Die Frau hat zu gehorchen und mit allem einverstanden zu sein. Das war ungewoehnlich und ich hatte Anfangs auch meine Probleme damit. Irgndwann hab ich mir dann allerdings gedacht ... was solls, denk einfach nicht drueber nach und damit hatte ich dann auch keinen Stress mehr, denn der Mann wirds schon regeln. Was wiederrum Philipp irgendwann genervt hat... aber so ist es nun mal hier.

So, dien naechsten beiden Tage waren vollgestopft mit tollen Dingen:
Dienstagt frueh 8:00 Uhr: Bird of Paradise waching mitten im Busch (ein Vogel der unter Naturschutz steht und man sieht ihn nur noch sehr selten). Wir hatten gleich zwei gesehen... mich hat ne Biene in den Fuss gestochen und noch ca. 50 Moskitos und mein Fuss ist ca. auf das dreifache angeschwollen, aber was solls, den Vogel hat man beobachten koennen. Sogar beim posen ...

Dienstag Vormittag ca. 10 Uhr: Einboot fahren lernen (das koennen hier schon die ganz kleinen Kinder) aber unser eins hat echte Probleme damit. Die Boote sind ca. 50 cm. Breit aus einem Baum gehauen und haben keinen Ausleger oder sonst was. Sind ca. 3-6 Meter lang und werden von Frauen im sitzen und von Maennern im stehen mit einem kleinen Paddel gesteuert und fortbewegt. Im sitzen ging das alles auch mehr oder weniger, wenn auch sehr wackelig und keiner ist baden gegangen, allerdings hat es keine 30 Sekunden gedauert, als wir es im stehen versucht hatten und dann lagen wir auch schon alle im See, bei den Krokodilen, die es da wie Sand am Meer gibt, aber nach Aussage unserer Fuehrers nicht hier.

Dienstag Mittag haben wir uns dann was kleines zum Essen gekocht und eine Stunde ausgeruht, als es auch schon weiter ging, wie wir wollten mit einer Buschwanderung (ca. 40 Minuten) zu einem Wasserfall, der mitten im Busch aus 35 Meter Hoehe herunterstuerzt. Ich bin barfuss gelaufen, in Ermangelung von guten Schuhen und es ist schon so eine Sache, wenn man nicht weis auf was man tritt und einfach hofft dass es einen nicht anspringt, auffrisst oder wehtut. Naja, irgendwann waren wir dann auch da, schweissgebadet bei  100Prozent Luftfeuchte und ca. 30 Grad und sind –typisch Turist- erst mal in den Wasserfall gehuepft. Fotos machen und Blutekel abzupfen. Jeder von uns hatte sicherlich seine 8-10 Blutekel am Dekoltee, Beinen und Armen. Aber das ist nicht so schlimm, denn mit einem Messer (das jeder von uns staendig dabei hatte) bekommt man die leicht wieder ab, wenn man sie gleich sieht. Naja, dann waren wir sehr erfrischt und haben uns wieder auf den Rueckweg gemacht, da bin ich dann doch noch in was Stacheliges getreten und dreckig und verschwitzt kamen wir dann auch wieder in Wagu an, wo wir alle gleich noch mal in den See gesprungen sind um und zu erfrischen.  An diesem Tag bin ich dreimal nass geworden und alles was ich dann noch trockenes zum Anziehen hatte waren mein Bikini und die Badehose, denn die hatte ich nie an... wer kann auch damit rechnen am laufenden Band baden zu gehen J

Dienstag Nachmittag/Abend: Piranhia fischen war angesagt. Leider nicht so spannend wie es sich anhoert, denn wir durften nicht fischen sonder nur zusehen. Haben dann auch zwei an Land gezogen und mit dem Knueppel tot geschlagen ...

Schlafen ... und dann der Mittwoch:

Mittwoch frueh sollte es dann zu einer Krokodilfarm gehen. Wir also und mit Sonnenhut, Sonnencreme, Wasserflaschen und Mueckenspray versehen um dann zu erfahren, dass die Farm ca. 50 Meter links von uns am Nachbarhaus ist, wo der Nachbar, wenn er ein Kroko faengt es in ein Betonbecken wirft zu ca. 40 anderen Krokos, es dann versorgt und grosszieht (bis ca. 2.5 Meter) um es dann zu toeten und zu verkaufen (200 Kina (80 Euro)/Kroko). Die Verpflegung mit Wasser und der Sonnenhut waren also nicht unbedingt noetig. J Dannach haben wir uns dann endlich den Ples richtig angeschaut (was ich empfehlen wuerde eher zu machen, denn dann trifft man auch Frauen, die mit einem reden und man kann sich ein bissal integrieren, als Frau), und viele nette Leute getroffen. Zur Schule konnten wir leider nicht mehr, denn der Weg war ueberschwemmt und nur per Boot zu erreichen und da gerade Schule war, war kein Boot da, das uns haette uebersetzen koennen.

Anschliessend haben wir dann auch unsere Sachen gepackt, noch eine Kleinigkeit gegessen und sind dann los um noch ein Haus Tambarin (Spirit) anzuschauen. Hier mussten wir auch mit dem Einbaum (mit Motor) ca. 2 Stunden den Sepik in die „falsche“ Richtung paddeln und gegen ein geringes Entgeld durften wir uns dann im Haus Tambarin umschauen und Fotos machen. Leider haben wir nicht so ganz rausgefunden, was die verschiedenen Farben und Formen so bedeuten, denn das ist wieder Spirit und wird Frauen und auch Weissen allgemein nicht preisgegeben. Aber es war schon beeindruckend so ein Haus zu sehen, bei dem die rituellen Taenze und Gesaenge aufgefuehrt werden. Frauen haben da normalerweise keinen Zutritt und duerfen nicht mal in die Naehe davon. Aber wir sind ja weiss und deshalb sowieso anders J dann ist es schon ok. Fuer Turisten werden auch, wieder gegen Geld, Taenze aufgefuehrt in der traditionellen Kleidung, aber dafuer hatten wir keine Zeit und wollten das Geld auch nicht ausgeben.
Dannach sind wir dann auch wieder nach Ambunti zurueck (ca. 3 Stunden auf dem Fluss Sepik und auf anderen Seen und Gewaessern, denn es ist Regenzeit und man kann durch Waelder, ueber Wiesen und auch mitten durch die Mangroven fahren, denn alles ist ueberschwemmt ). Metthew hat sich wirklich toll gekuemmert, dass wir auch sicher wieder nach Wewak zurueck gekommen sind. Innerhalb von fuenf Minuten hatten wir ein PMV Boot nach Pagwi gebucht und bezahlt (leider fahren alle Boote erst gegen 1 Uhr Nachts und so mussten wir noch einige Stunden ueberbruecken), und Metthew hat uns dann auch bei dem Jutkodinator von Ambunti (Jugendarbeiter) einquatiert, der auf uns achten und sich um uns kuemmern sollte, bis das Boot geht. Leider war von ihm die Frau schon gestorben und so hat er uns kurzerhand seine vier Kinder als „persoenliche Sklaven“ ueberlassen, die uns alles bringen sollten und fuer unser Wohl verantwortlich waren. Wir haben dann mit Ihnen Lieder gesungen, und Sie haben uns etwas Tok Ples (die Sprache vom Sepik) beigebracht und wie ein Vogel zu pfeifen. Toni und ich haben dann auch noch Sago in der Pfanne frittiert und anschliessend mit Trockenfisch gegessen. Sago ist ein Stoff, der durch harte Arbeit aus einem Baumstamm rausgeschlagen wird und dann immer wieder gewaschen und getrocknet zum verkauf am Markt angeboten wird. In der Pfanne ohne Oel und dann mit etwas Wasser gebraten wird. Konsistens: Gummi, Geschmack: Gummi und Saegespaene und das Grundnahrungsmittel im Sepik (Gott sei Dank hatten wir anderes Essen dabei, denn das wird nie zu meinen Favouriten gehoeren). Gegen 22 Uhr Nachts hat uns der liebe Mensch dann sein Wohnzimmer ueberlassen und wir haben uns auf dem Boden ausgebreitet und nachdem wir die Kroete, die Toni ins Gesicht gesprungen ist in die Freiheit entlassen hatten, konnten wir dann auch drei Stunden schlafen ... ich nicht, denn ich hab zu viel Angst vor Spinnen, aber die anderen haben ein paar Stunden schlaf gefunden.

Um 1 Uhr Nachts sind wir dann mit unserem Wasmann zum Bootsanleger gegangen und nach einer kurzen Waretezeit von ca. 2.5 Stunden sind wir dann auch gegen 3:15 Uhr frueh richtgung Pagwi aufgebrochen. Bei Nacht auf dem Sepik sieht man nichts ... nur die Taschenlampe des Guides und die rotgluehenden Augen der Krokodile, die man bei Tag nie zu Gesicht bekommt. Aber das schlimmste ist die Kaelte, wir waren wieder in einem Einbaum mit Motor und es hat geregnet, wir hatten zwar alle Regenjacken an, aber nach fast drei Stunden ist man dann wie in Deutschland so nasskalt bis auf die Knochen durchgefroren, dass meine Laune echt am Boden war. In Pagwi sind wir gegen 6 Uhr frueh puenklich zum Sonnenaufgang angekommen und haben dann erst mal (nach einem kurzen Ausraster meinerseits, weil nix vorwaertsgeht (Nuginipasin, dastehen und dumm schauen)) Essen und einen PMV gesucht, der uns in ca. 5 Stunden nach Wewak bringt, wo wir dann auch gluecklich (der hatte eine Fahrweise, dass Stossgebete eine neue Bedeutung bekommen) um 12:30 Uhr Mittags in Wewak angekommen. Lieb wurden wir von Mandy und Matthias aufgenommen und durften noch eine Nacht bei beiden im Keller im Guestezimmer schlafen. Am naechsten Tag ging es dann mit dem Schiff wieder zurueck nach Madang ... vorher natuerlich noch mal Burger essen im Hotel und den hab ich diesmal nicht wieder gesehen, ich bin stolz auf mich, was zum Teil aber daran lag, dass wir so spaet losgekommen sind (weil der Kapitaen nicht aufzufinden war) dass ich den Burger schon verdaut hatte. Was aber seltsam war, ist, dass wir trotz zweistuendiger Verspaetung drei Stunden eher in Madang angekommen sind ...? Seltsam... Naja, Philipp meinte liegt evtl an der Stroemung und das die Wellen von hinten kamen, das schiebt. Aber mein Magen hat sich gefreut...

So, jetzt solls das gewesen sein, sorry, dass ich nur so wenige Bilder hochladen kann. Natuerlich haben wir tausende gemacht (typisch Turi) aber das Internet ist sehr begrenzt hier und deshalb bin ich froh euch wenigstens ein paar Dinge zeigen zu koennen J

Machts es gut und gruesse ins hoffentlich Fruehlingshafte Deutschland.
Bussal, Tanja

 Burgermampfen im Butique Hotel in Wewak.

 Auf in den Einbaum und ab nach Wagu.

 Unser Guesthaus am Wagulake in Wagu. (linkes Haus). rechts haben unsere Gastgeber gewohnt und unser Fuehrer.

 Unsere Betten bei Luship. 22 Stunden hin und 22 Stunden zurueck...

 Aussicht beim Flug ueber Wewak.

Unter dem Wasserfall, nach 40 minuten Busch pur!

Donnerstag, 21. Februar 2013

Sanguma-Killing...


Erschreckend, schockierend und gruselig…

Man denkt doch immer wieder, man lebt in einem modernen und fortschrittlichem Zeitalter, im Jahre 2013. Eigentlich sollte hier Hexerei und Zauberei lange nicht mehr aktuell sein, doch hier, in Papua Neuguinea steht das an der Tagesordnung. Fast jeden Tag hoere ich Geschichten (die leider alle wahr sind) und bekomme Erzaehlungen mit bei denen Frauen und auch Maenner Opfer von Sanguma (Hexerei/Zauberei) werden.  Meist werden Frauen hier verurteilt und mit Folter und Mittelalterlichen Methoden zum sprechen (einem Gestaendnis) gebracht oder einem „Gottesurteil“ unterzogen, wie es so schoen heisst und auch im Mittelalter in Europa vorkam.

Ich bin mir nicht sicher, ob das hier im Hochland verbreiteter ist als an der Kueste, wo ich vorher war, und kann deshalb da auch nur Spekulationen wagen, allerdings wenn man Leute von der Kueste fragt, bekommt man immer nur ausweichende oder gar keine Antworten ... und ist das eigentlich nicht Antwort genug?

Ich habe hier einigen Zugang zu solchen Geschichten und die Menschen im Hochland halten damit auch nicht so „Hinterm Berg“ wie die Kuestenbewohner und deshalb (und auch ueber Thomas und Verena) bekomme ich einiges mit. Normalerweise ist das menschliche Gehirn so programmiert, dass wenn etwas ganz schreckliches passiert, man es erst mal verdraengt und in den hintersten Winkel seines Hirnes schiebt, wo man es nur schwer wieder finden kann. Man weis es zwar und hoert es, hat aber keinen Bezug dazu und denkt alles ist weit weg... wenn man dann aber Bilder und Videos sieht (was an sich ja schon makaber ist, da Videos und Bilder zu machen) die Personen vielleicht sogar kennt, ist es vorbei mit der Verdraengung.

Ich nutze hier meinen Blog um auch einmal so einen Artikel raufzustellen um vielleicht auch etwas wachzuruetteln, denn so ging es mir gestern, als ich diese (ein paar sind unten zu sehen) Bilder gesehen habe. Diese Geschichte war im August letzten Jahres im Hochland vorgefallen und aus Datenschutzrechtlichen Gruenden werde ich auch nicht sagen wer es war oder wer die Fotos geschossen hat. Ich war es nicht und ich war auch nicht live dabei. Wahrscheinlich haette ich das nicht ausgehalten und ich verstehe auch nicht wie man so einem „Schauspiel“ zuschauen kann?

Diese Frau auf den Bildern (unten) wurde des Sanguma verdaechtigt und um ein Gestaendnis zu bekommen,  und um zu beweisen, dass sie eine Hexerin ist, wurde sie mit kluehenden Eisenstangen verbrannt, mit Messern geschnitten, oeffentlich nackt aufgehaengt und ist dannach gestorben. Leider war nicht rauszubekommen ob damit dann bewiesen ist dass sie eine Hexe war oder nicht. Denn eigentlich dient dieses Schauspeil nur dazu „Rache“ zu ueben und die betreffende Person zu toeten... Helfen tut hier auch keiner, denn sonst steht man schneller neben dem Angeklagten als man schaut und wenn man es dennoch versucht, dann wird man meist ignoriert, verlacht oder verbruegelt? Was kann man also tun? Verena und auch Thomas versuchen hier (auch in den Predigten) Aufklaerung zu leisten und ich kann nur hoffen, dass es auf fruchtbaren Boden faellt. Ich fuer meinen Teil kann hier nicht so viel tun, ich versuche immer auf den medizinischen Aspekt hinzuweisen, dass Menschen an den unterschiedlichsten Ursachen sterben koennen und das das nichts mit Hexerei zu tun hat, was auch bewiesen ist. Aber glauben tut mir keiner.

Ein anderes Beispiel (erzaehlt von einer Frau aus meiner Kirchengemeinde hier in Goroka, ihr Gesicht ist zerstoert und ihr Koerper voller Narben (viele davon im Gesicht), auch Brandwunden sieht man): Anscheinend hatten ihr Mann und sie ein recht grosses Grundstueck zum Anbau von Gemuese und Obst erwirtschaftet. Allerdings ist dann - zum leidewesen der Frau - ihr Mann verstorben. Der Glaube hier (vielleicht auch mit Neid gemischt ... Spekulation von mir!!) konnte dann keinen anderen Schluss zulassen, als das sie ihren Mann mit Hexerei getoetet hat um an das Land zu kommen. Es zu erben...
Was dannach geschah, kann sie immer nur unter Traenen wiedergeben. Sie wurde gefoltert, geschlagen, verbrannt, geschnitten und dann auch an den Haenden aufgehangt zum sterben. Aber „leider“ ist das Seil, an dem man sie befestigt hat in der darauffolgenden Nacht gerissen und sie konnte sich in „Sicherheit“ bringen und ist ins Gebuesch gerobbt, denn laufen konnte sie nicht mehr.
Naja, auf jeden Fall hat sie es ueberlebt. Gerade einmal so. Jetzt hat sie sich wieder ueber die Jahre ein Haus und Land aufgebaut, adoptiert Kinder um ihnen zu helfen, geht immer in die Kirche und Dankt Gott dafuer das sie noch lebt und hat es sich zur Aufgabe gemacht die Volunteers und „Weissen“ hier im Land in Goroka mit Kumu (Gruenzeug zum Essen), Pumpkin, Brokoli oder sonstigem zu versorgen. Zu Cyhntia und Rudolf hat sie ein tolles Verhaeltnis und auch Philipp und jetzt auch ich etwas kommen in den Genuss ihrer Fuersorge. Philipp baut jetzt fuer sie – damit ihr Leben etwas leichter wird – einen Regentank mit Auffangbehaelter (mit Spenden finanziert), damit sie nicht immer Wasser klauen oder von sehr weit her tragen muss. Und Regenwasser kann man hier gut trinken ... leider kommt man da nicht dran, wenn man keinen Tank hat der es auffaengt, aber das aendert sich jetzt hoffentlich bald.

Immer wieder frage ich mich wie sie es schafft ihr Vertrauen in die Menschen aufrecht zu halten und so liebevoll und grosszuegig zu sein, wo man ihr doch so viel Schlechtes und Grausames angetan hat? Das alleine weis wohl nur sie.

Bis zum naechsten Mal ... dann hoffentlich wieder mit froehlicheren Nachrichten ...
Eure Tanja



Oefter mal was neues...


Mein neuer Arbeitsplatz:

Halli hallo an alle meine lieben Unterstuetzer, Familie, Freunde, Bekannte und Verwandte … Wie ihr sicher mit Spannung gelesen habt, denn ihr verfolgt ja meinen Blog sehr aufmerksam wie ich weis, wisst ihr ja, dass ich meinen ersten Computerkurs hinter mich gebracht habe…eigentlich ja auch recht gut, wenn man mal von zwei Personen absieht, die sich einfach nicht interessieren, aber irgendwer muss ja auf der Strecke bleiben? Oder nicht, oder doch? Auf jeden Fall habe ich gestern -Montag- meinen zweiten Kurs begonnen. Handoutdesign und Bilder und Tabellen einbauen. Leider sitzen fast die selben Leute in diesem Kurs, wie auch schon im Basickurs und es ist schwer an einem Nachmittagsseminar (4 Tage, je 2 Stunden) von Adam und Eva (Wo ist der PowerButten?? Wo ist er??) anfangen zu muessen und am Ende dann aber davon ausgehen wollen, dass man ein komplettes Buch layouten kann, bzw. am besten das Buch auch gleich selber noch schreiben wollen…
Naja, jetzt versuche ich halt, da die Zeit sehr begrenzt ist die drei Personen die wirklich schon etwas Ahnung haben mit einzubeziehen, um denen zu helfen, die gar keine Ahnung haben. Heute kommt dann Tabellen einbauen und formatieren dran. Aber leider hilft es nicht, wenn ich allen ein Arbeitsblatt gebe mit genauen Toolerklaerungen, wenn es keiner anschaut und auch keiner am Abend die Lust hat es zu lesen.

ABER, eigentlich wollte ich ja gar nicht ueber die Arbeit schreiben, denn die kennt ihr ja schon und da kommt erst mal auch nix neues … deshalb habe ich das Glueck hier im MI (Melanesian Institute) in Goroka noch helfen zu koennen. In den naechsten zwei Wochen bin ich jeden Vormittag hier und layoute. Mit der CS 5 VollVersion und allen anderen Grafikprogrammen, die ich mir sonst noch wuensche … (falls euch das was sagt J).
Aber kurz zur Erklaerung:
Das MI (Melanesian Institute) ist eine Einrichtung, die sich mit Feldforschung, Forschung, Politik, Religion befasst und Soziale, Kulturelle und Religioese Buecher herrausbringt. Im Moment gibt es eine Person (Loraine) die die Buecher teils selber schreibt, korrigiert, layoutet, freigibt und dann auch noch alles fuer die Druckerei aufbereitet. Beim schreiben hat sie noch Hilfe, aber sonst…
Bewundernswert, denn in Deutschland hat man dafuer eine ganze Agentur mit ca. 40 Leuten und hier nur eine Person. Deshalb glaube ich sind hier alle ganz froh, wenn ich helfe. Ich bin allerdings auch ganz froh, denn das ist genau meine Arbeit und ich weis was ich mache und kann mich voll einbringen.
Im April gibt es jetzt vom MI einen Oeffentlichkeitsauftritt in Lae und dafuer muessen zusaetzlich zu allen Buechern und Magazinen auch noch die Werbematerialien erstellt werden und hier trete ich dann auf den Plan. Im Moment gestalte ich fuer die ganzen BigBosse (die Geschaeftsleitung) neue BusinessCards. Dannach folgen dann Plakate, Flyer, ein Banner und mehrere Broschueren, was alles bis Mitte April fertig sein muss. Super Aufgabe und ich freu mich auch voll, zwar - und ihr werdet lachen - ist mein Buero eiskalt und mir ist die meiste Zeit kalt, obwohl es bestimmt 25 Grad hat, aber ihr kennt das ja schon … Tropen und Eisfuesse passen doch zusammen.
Naja, auf jeden Fall mache ich das jetzt mal zwei Wochen Vormittags und dann bin ja erst mal auch zwei Wochen nicht da, denn ich habe Zwischenseminar in Madang (JUHUU). Alle Volunteers wieder sehen, quatschen, lachen, baden, Schnorcheln und natuerlich auch ein bisschen was arbeiten. Wir sind hier ja nicht zum Vergnuegen! Danach habe ich geplant wieder fuer eine Woche nach Logaweng zu gehen um mich “richtig” von allen zu verabschieden. Als ich Weihnachten weg bin, war sonst keiner da und deshalb ist es mir ein Anliegen mit den Leuten, die ich dort kennengelernt habe und mit denen ich viel zu tun hatte nochmals zu sehen und ordentlich “Tschuess” zu sagen. Das steht mir auch zu, denn immer hin war das mein erster Platz hier in PNG. Auch will ich mich von allen in Lae verabschieden, denn da werde ich auch nicht mehr hinkommen. Ich lasse die naechsten Tage meinen Flug von Lae nach Goroka umbuchen und dann geht es im Juli direkt von hier nach Morseby. Waere ja auch  Schwachsinn einen Haufen Geld fuer Uebergepack beim Inlandsflug zu zahlen und dann nochmals ein paar Tage spaeter zu fliege. Naja, waerend ich nach Lae fahre sind zwei andere Volunteers im Sepik unterwegs und der rest muss arbeiten, so wie ich das mitbekommen habe. Danach bin ich dann wieder eine Woche in Goroka im MI und in Asaroka (da ist ein Meeting) und danach gehts wieder nach Madang zum Tauchen!!! JUHUU auch hier und ANGST!!!! Ich will keine Haie sehen! Sonst sterb ich … aber wenn es dann soweit ist, dann melde ich mich wieder.

Bis dahin erst einmal und liebe Gruesse nach Deutschland!
Eure Tanja

Mein neuer Arbeitsplatz :)

Sonntag, 10. Februar 2013

Alles super soweit ... und bei euch?



Asaroka/Goroka:

Halli und Hallo auch und mal wieder aus Papua Neuguinea und jetzt aber nicht mehr aus Finschhafen Logaweng sondern live und in Farbe und in Zukunft immer aus: GOROKA (Hochland).

Ich kann vermelden ... ich bin gluecklich :) Auch wenn ich gestehen muss, dass ich manchen Leuten hier gerne hin und wieder mal den Kopf abreisen will, aber dann sage ich mir, das ist hier halt so und damit musst du leben und dann ist alles nur noch halb so schlimm. Wenn es ueberhaupt schlimm ist, denn im Moment ist alles eigentlich ganz gut :)

Ich muss euch gestehen ich bin ueber den Wechsel  echt froh. Versteht mich nicht falsch, so einen Ueberfall brauche ich sicher nicht (NIE) wieder, aber dadurch bin ich jetzt hier und dann hatte es jetzt dannach auch sein Gutes. Auch wenn ich Gefahr laufe, dass ihr mich jetzt fuer verrueckt haltet. Ich habe letzte Woche meinen ersten Computerkurs abgehalten (Basic Computung und Maintanance am Computer) und auch mit einigen Erfolgen hinter mich gebracht. Muss jetzt aber auch feststellen, dass ich hier nichts gross reisen kann, denn die Moeglichkeiten sind einfach begrenzt. Ich konnte einigen sicher Neues zeigen und vermitteln und bei dreien bin ich mir sicher, dass sie auch lernen wollen, aber es gibt doch einige bei denen ich sicher bin, dass sie eher da sind um sich mal anzuschauen, wie die “Weisse” hier den so zurechtkommt und mit der Einstellung kommen: Ich kann ja eh schon alles. Wenn man dann aber ne gezielte Frage stellt, zum Beispiel: Was muss man mit dem Computer in gewissen Abstaenden machen (eine der richtigen Antworten hier waere gewesen: Backup oder Antivirussoftware) und dann die Antwort vom Headmaster der Schule kommt (der denkt er weis alles und macht auch nie mit): Man solle doch den Computer mit Wasser waschen und am wichtigsten waere es, wenn man das auch innen macht, denn da kommt sonst so viel Staub rein ... dann muss man sich echt beherrschen, dass man ihn nicht vor die Tuere setzt. Immer hoeflich bleiben. Der gute Herr meint auch ich waere sein persoenlicher Besitz nur, weil ich seinen Computerraum von der Schule nutzen darf und schleppt mir alle zwei Minuten einen anderen Menschen mit einem Computer an, der kaputt ist und den ich mir doch bitte anschauen soll und am besten auch reparieren soll. Und das mitten in meinem Kurs, wo er eigentlich sein sollte um etwas zu lernen. Da musste ich doch glatt etwas deutlicher werde, dass das so nicht geht und wenn er nicht mitmacht und nicht da ist, dann braucht er auch nicht wiederkommen. Ich hoffe jetzt hat er es verstanden, aber ich sehe schwarz (was nicht an seiner Hautfarbe liegt :))

Am Anfang dachte  ich noch, ich bin nett und schaue mir in der Pause (meiner Mittagspause) die Computer mal an und da standen dann zwei Maenner, einer mit Laptop in der Tasche und einer mit einem TowerPC unterm Arm im stroemendem Regen und haben auf mich gewartet. Ich meinte dann erst mal, dass es den Computern nicht so gut geht, wenn sie im stroemendem Regen sind und sie doch bitte erst mal unter die Veranda kommen, die vor dem Computerraum angebracht ist ... dannach habe ich mich dann erkundigt, was das Problem ist:
Der Mann mit dem Laptop meinte den haette er von seinem Sohn und er wuerde nicht angehen. Ich: Ok, kein Thema ich steck ihn mal an ... nehm den Computer aus der Tasche und frage noch so wo das Stromkabel und die Batterie vom Laptop sind, da beide nicht da waeren. Seine Reaktion: Die waeren nicht dabei gewesen, die wuerde man nicht brauchen, sein Sohn hat auch immer ohne gearbeitet und deshalb hat er so was nicht ... Aha, meine ich. Das kann ich mir kaum vorstellen und wo sein Sohn denn ist. Der waere nicht da und wahrscheinlich (das ist jetzt meine ganz persoenliche Vermutung) gibt es auch keinen Sohn der ihm einen Computer geschenkt hat, sondern das edle Teil ist vom Laster gefallen, oder so. Ich hab ihm dann hoeflich erklaert, dass ein Laptop ohne Akku und ohne Stromkabel nie gehen wird und er sich das erst kaufen muss. Das hat er mir leider nicht geglaubt und ist beleidigt abgezogen mit der Meinung, dass ich ihm einfach nicht helfen will.

Nun gut, zum zweiten: der mit dem TowerPC unterm Arm. Ich frag wieder, was den kaputt sei ... er: Er wuerde nichts sehen, wenn er den Computer an macht, dann geht er, alles ist gut, die Lampen leuchten und er hoert auch, dass der Computer strom hat, aber er sieht nichts... ich frag noch so doof, wo denn der Bildschirm ist und dann bauen wir den Computer mal auf und ich kann mir das ja mal anschauen ... Wie Bildschirm??? (Seine Reaktion) ... Sowas haette er nicht. (Das lasse ich jetzt mal unkommentiert).

Im grossen und ganzen ist mein erster Kurs aber ganz gut gelaufen und ich weis jetzt was ich besser machen kann, was ich aendern muss und was ich gut gemacht hab. Kommende Woche ist dann erst mal Sainboard fuer das Asaroka Seket dran zum gestalten, im MI (Melanesian Institut) gibt es Vorbereitungen fuer einen Auftritt und die brauchen noch Plakate und Flyer, die ich machen kann und dann muss ich noch ca. 30 Computer im Asaroka Seket platt machen und wieder neu bespielen und dann hab ich noch einen Flyer fuer ein Haus Care zu machen (Einrichtungsstaette fuer Behinderte) und dann muss ich natuerlich den naechsten Kurs wieder vorbereiten, der die Woche drauf kommt. Alle Lehrer der Primery School wollen was ueber Handout und Grafiken einbauen und Arbeitsblattgestaltung lernen. Das wird auch wieder lustig, denn die Haelfte der Lehrer hatte noch nie einen Computer in der Hand ... keine Ahnung wie ich da dran geh, aber irgendwie wird es schon werden.

Gestern war ich mit einer Freundin aus Finschhafen im Secondhand laden und hab mir drei Roecke und zwei Shirts gekauft. Insgesamt fuer ca. 12 Euro. Also das ist hier billig ... sonst geh ich heute noch Schwimmen und Staek essen. Gestern war ich dann noch auf dem Markt und hab ganz viel frisches Gemuese und Obst gekauft und heute backe ich auch noch brot nach original deutschem Sauerteigrezept, das ich von Thomas bekommen habe. Mir geht es hier echt gut! :)

So, jetzt weis ich grade nichts mehr und heute ist auch Sonntag und ich will Malolo machen und Staek essen :) Liebe Gruesse ans kalte Deutschland aus dem sehr heissen, aber weil heiss auch gewittrigen PNG.

Bis bald mal wieder ...
Eure Tanja

 Mein Computerraum mit meinen ersten Schuelern ... hoffentlich nicht mit meinen letzten :)

 Alle versuchen gerade die richtigen Bezeichnungen fuer alle Ports am Computer zu finden ...

 Mein Blackboard und der Versuch die Ordnerstruktur einen PCs mit Hilfe eines Baumes zu erklaeren ... Hatte Erfolg!